Brass Bulletin 11, II / 1975 (Seite 67–79) · 8 Min. Lesezeit
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Die Tuba in Europa

Warum klingt die Tuba in Europa so unterschiedlich? Robert Tucci beleuchtet nationale Stile, Instrumente und Orchestertraditionen.

Heute unterscheidet sich das Leben in Europa kaum noch von jenem in den Staaten. Jedoch haben die verschiedenen europäischen Völker ihre Eigenart auf dem Gebiet der Kunst, besonders in der Musik, beibehalten. Namen wie «Bolshoï», «Concertgebouw», «Bayreuth», «Scala» lassen Erinnerungen an grossartige Aufführungen auftauchen, die jeweils an die nationale Eigenart, an den spezifisch nationalen Geschmack gebunden sind. In Osteuropa unterstützen die Regierungen ihre kulturellen Einrichtungen mit einem Riesenaufwand an Mitteln, so z.B. die Tschechische Philharmonie in Prag und die Ostberliner Komische Oper.

Die verschiedenen Arten zu spielen und Auffassungen vom Orchesterklang zwischen Bergen, Zagreb und Barcelona machen sich am stärksten bei den Bläsern, besonders Oboe, Horn und Tuba, bemerkbar. Aus diesem Grund kann man alle Arten von Tuben finden, vom einfachen B♭- oder C-Tenorinstrument, das in den französischen Orchestern üblich ist, zur riesigen «Kaiser»-Kontratuba, die in den deutschen Orchestern zur Aufführung von Wagners Ring der Nibelungen verwendet wird. Die Wahl des Instrumentes wird meistens von den Forderungen einer bestimmten musikalischen Tradition diktiert.

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