Was Wettbewerbsprogramme im allgemeinen anbetrifft, so möchte ich alle an deren Auswahl Beteiligten daran erinnern, daß ein Trompetensolist hauptsächlich Werke J.S. Bachs (und einiger weniger bedeutender Barockkomponisten) spielen wird, sodann die Konzerte von Haydn und Hummel und einige gemäßigt zeitgenössische Konzerte oder Soli, meist aus der nationalen Komponistenschule seines Landes. Wenn man dies berücksichtigt, sollte es nicht allzu schwer sein, Wettbewerbskandidaten ein ausgewogenes Programm zu bieten.
Auf die Frage schließlich, ob Trompetenwettbewerbe in den 80er Jahren noch sinnvoll seien, möchte ich mit einem klaren «ja» antworten. Sie bilden eine der wenigen Gelegenheiten für junge Leute, sich kennenzulernen, Ideen auszutauschen und sich mit verschiedenen Stilrichtungen und Auffassungen der Solotrompetenliteratur vertraut zu machen. Solange diese Anlässe wirklich international sind, können sie sich nur förderlich auswirken. Doch müssen die Veranstalter einige ihrer Vorstellungen und Verfahrensweisen revidieren.
Zum Schluß dieser etwas lang geratenen Betrachtung darf ich noch sagen, daß ich — wie immer die «offiziellen» Resultate von Genf 1981 lauten — sicher bin, zumindest ein halbes Dutzend Spieler aus verschiedenen «Schulen» gehört zu haben, die bestimmt auf die eine oder andere Weise ihre Spuren in der Trompetenwelt hinterlassen werden.
Philip Jones (London, Januar 1982)