Das Concert Arban (Jury), die Seele und das Gewissen des Wettbewerbs (plus Bernard Soustrot und Jean-Pierre Mathez).
Bernard Soustrot
Das Jury
Mark Evans (Tuba), Marcel Landowsky (Komponist), Théo Mertens, Maurice Benterfa, Bernard Soustrot, Maurice André (versteckt: Das Concert Arban)
Das Programm
Der internationale Wettbewerb für Blechbläserquintette ist der Hauptzweck der Veranstaltung (er wird in Zukunft alle zwei Jahre abgehalten werden, Zweitausgabe 1988). Dieses Jahr war er den Berufsensembles höchsten Niveaus bestimmt (das Pflichtprogramm war schon eine unbarmherzige Selektion am Anfang). Die sieben angetretenen Quintette garantierten denn auch eine ausserordentliche und erfreuliche Qualität für dieses musikalische Lanzenbrechen (möglicherweise werden die Organisatoren in Zukunft zwei Kategorien der Kandidatur schaffen: «Hohes professionelles Niveau» und «Hohes Studenten-Niveau»). Rund um den Wettbewerb fanden öffentliche Musikveranstaltungen statt: Konzerte, Werkstattveranstaltungen, Instrumentenbauerausstellungen, was Narbonne in dieser Woche zur Hauptstadt der Blechbläser stempelte.
Die Konzerte
Alle Konzerte, von der Programmvielfalt her ausgezeichnet ausgewogen, wurden vor vollen Sälen gespielt. Montag den 5. Mai eröffneten Bernard Soustrot, Michel Bès, Maurice Benterfa und François-Henri Houbart (Orgel) auf brillante Weise die Blechbläserwoche von der Orgelempore der erstaunlichen Kathedrale aus. Nächstentags füllte die Big Band von Claude Bolling das Palais du Travail.
Am 7. Mai war das Concert Arban an der Reihe (das Blechbläserquintett bestehend aus Thierry Caens, Jean-Paul Leroy, Trompeten, Eric Vernier, Horn, Yves Favre, Posaune, und Michel Godard, Tuba) seine Musikalität unter Beweis zu stellen. Dies war umso mehr eine Herausforderung, als diese Formation für die Auswahl der musikalischen Programme des Wettbewerbs zuständig war und als Jury fungierte. Die Kandidaten hörten denn auch aufmerksam und unnachsichtig diesem Ensemble zu, das im Schnitt nicht älter als sie selbst war und sie beurteilt hatte... Der Triumph des Concert Arban war einstimmig. Schliesslich setzte am 9. Mai ein ganz grosser Maurice André in Superform einen glänzenden Schlusspunkt hinter die Veranstaltung. Was soll über Maurice André noch gesagt werden? Er erstaunt uns laufend durch die immer tiefere Feinheit seiner Interpretation, durch die totale technische Meisterschaft; es wird immer bewegender, ihm zuzuhören, wie er alle Risiken eingeht um seine musikalische Botschaft noch herrlicher zu gestalten.
Appell
Um die Kandidatur von Ensembles, die sich für den Wettbewerb von 1988 interessieren zu vereinfachen, ruft BRASS BULLETIN jetzt schon alle existierenden Blechbläserquintette auf, die über die Vorbereitungen und die Programme frühzeitig informiert werden wollen.
Schickt uns schon heute den Namen Eures Quintetts und die Adresse des Verantwortlichen und die Namen der Musiker. Wir werden eine spezielle Informationsdatei schaffen. Adresse: BRASS BULLETIN, c.p., CH-1630 Bulle, Schweiz.
Musikalische Werkstattveranstaltungen, Ausstellungen
Die Veranstalter machten sich die herrlichen historischen Lokalitäten zunutze und organisierten eine Musikwerkstatt mit dem Concert Arban und eine Instrumenten- (Courtois, Couesnon, Selmer, Yamaha) und Spezialgeschäftausstellung (Degironde aus St. Etienne und Feeling Musique aus Paris).
Maurice André, eine grossartige freundschaftliche Präsenz in Narbonne
Ergebnisse des Wettbewerbs
1. Preis
Anonymous Brass Quintet aus Budapest
(siehe Seite ...)
3. Preis ex aequo
International Brass Quintet (BRD)
Opera Brass Quintet (Ungarn)
Die Wahl der Jury wurde von zwei Faktoren bestimmt: das Bestreben der Musiker, wirklich kammermusikalisch zu spielen und, natürlich, die Güte der Ausführungen.
Die Preise bestanden aus beträchtlichen Geldsummen, einer Compact Disc-Aufnahme und der Organisation einer Konzerttournee.
Das Blechbläserquintett des Opernorchesters von Budapest
International Brass Quintet
Zukunftsaussichten
Bernard Soustrot präsidiert nun — Erfolg verpflichtet — mit Sicherheit diese wertvolle Veranstaltung zur Popularisierung der Blechbläser. Der Wettbewerb wird zweijährlich abgehalten, zum zweiten Mal 1988 (während der selben Jahreszeit).
Ein noch reicheres Programm (mit der schon zugesagten Teilnahme von Maurice André) wird aus Narbonne einen besonderen Begegnungsort für alle Liebhaber der Blechbläser und für alle passionierten Musiker machen.