Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

2 Min. Lesezeit

Albert Calvayrac

Porträt

Albert Calvayrac

Albert Calvayrac

Albert Calvayrac wurde 1934 in einem kleinen Dorf in Südfrankreich geboren, in Conques sur Orbiel, das ganz nah bei der berühmten Stadt Carcassonne liegt. Als er sieben Jahre alt war, entdeckte er im Estrich der Elterlichen Wohnung eine alte Tuba, und er bat seinen Vater, ihm den Klang dieses Instrumentes einmal vorzuführen. Was er hörte, fesselte ihn augenblicklich, und er wollte sofort damit beginnen, dieses Instrument spielen zu lernen.

Da sich dies während des Krieges ereignete und es in dieser abgelegenen Landschaft sonst keine Musik gab, war es sein Vater, ein Amateur-Musiker, welcher ihm die ersten Begriffe von Solfège beibrachte. Seine ersten Erfahrungen machte er dann im Cercle Musical Conquois, einem Blasorchester, das zur Zeit der Libération von Amateur-Musikern im Dorfe gebildet wurde.

Sein Lehrer war Monsieur Izard, welcher alle Instrumente unterrichtete. Albert Calvayrac spielte zuerst ein Althorn in Es, welches das einzige Instrument war, das noch zur Verfügung stand, worauf ihm sein Vater darin ein Kornett anbot. Wegen seiner Schwärmerei für dieses Instrument schickten ihn seine Eltern «in die Stadt» zu Monsieur Bocquet, einem sehr begabten Lehrer, der ihm die ersten Begriffe des Kornettspiels beibrachte. Der junge Musiker konnte sehr schnell als Solist die berühmten Melodien dieses Instruments spielen wie «Fête militaire» von Alexandre Petit, «Bellos Mountagnos», den «Carnaval de Venise» usw.

Aufgrund von Herrn Bocquets Rat schickten ihn seine Eltern mit vierzehn Jahren ans Konservatorium von Toulouse zu Professor Dejean. Nach drei Jahren ernsthafter Arbeit scheiterte er jedoch bei der Aufnahmeprüfung ans Konservatorium von Paris. Er kehrte nach Toulouse zurück, um dort mit Monsieur Yves Sirven zu arbeiten, einem jungen, brillanten Trompeter, einem Schüler von Monsieur Foveau.

Im Jahr darauf, 1952, wurde er zum Konservatorium von Paris zugelassen, trat in die Klasse von Maître Raymond Sabarich ein und erhielt 1953 den ersten Preis für Kornett. «Nach diesem Ereignis spielte sich etwas Seltsames ab. Der Wechsel vom Kornett zur Trompete war für mich eine richtige Katastrophe. 1954 wurde ich zur Trompetenklasse zugelassen. Die andern Schüler spielten hoch und laut und reizten mich, es wie sie zu machen... man musste, wenn man Erster sein wollte! Die Ratschläge des Lehrers verstand ich nicht, und je mehr ich arbeitete, umso schlechter wurde ich... bis ich mich nach einer jämmerlichen Niederlage anlässlich des Wettspielens am Ende des Schuljahres 1955 entschloss, meinen Beruf zu wechseln, und zwar sofort! Keine Trompete mehr, keine Musik! Ich wurde landwirtschaftlicher Arbeiter und war glücklich.»

Nicht für lange Zeit jedoch war er glücklich, denn die Musik fehlte ihm (und auch Geld!). Er begann wieder ein bisschen zu spielen und fand ein paar Aufträge bei Ball-Orchestern. «Nach drei Monaten vollkommenen Unterbruchs stellte ich fest, dass es gar nicht so schlecht ging, und das veranlasste mich, etwas mehr zu üben, jedoch ohne irgendwelche weiteren Ziele, einfach um mich zu amüsieren. In der Tat amüsierte ich mich so gut, dass mich Kollegen aufgrund der erreichten Ergebnisse ermutigten, nach Paris zurückzukehren, um mit meinem Lehrer zusammen ein Wettspiel vorzubereiten für eine Stelle als Professor an der Musikhochschule von Limoges. Das tat ich und mit Erfolg.» Von diesem Augenblick an wandte er, ohne es sich ganz bewusst zu werden, die Theorie von Franquin an, welche besagt, «das wichtigste Studium ist das Studium seiner selbst.»

1957 wird er vom Orchestre de l’ORTF de Toulouse engagiert. Gleichzeitig erhält er die Gelegenheit, mit einer Gruppe von Bläsern zusammenzuspielen. Sie nannte sich «Le Bal champêtre de Jean Bentaberry» und spielte regelmässig jede Woche über Radio Toulouse-Pyrénées. Er ersetzt den Solo-Kornettisten, Edouard Thau, welcher der grösste Spezialist dieser Art Musik war und ihn in die Polka, die Mazurka usw. einführt.

1962 gibt er seine ersten hervorragenden Konzerte. Er nimmt teil an der Aufführung der «Histoire du Soldat» von Stravinsky und spielt als Solist mit dem Kammerorchester von Toulouse Konzerte von Telemann, Vivaldi usw.

Im folgenden Jahr erhält er einen Posten als Professor am Konservatorium von Toulouse und wird zum Solo-Trompeter des Orchestre du Théâtre du Capitole ernannt.

Neben seiner Karriere als Pädagoge ist Albert Calvayrac heute auch Mitglied eines Bläser-Ensembles, das sich der Kammermusik widmet, den Philharmonistes de Châteauroux (einer Formation von zwölf Instrumentalisten, die alle Blasinstrumente des Orchesters umfassen). Seine Solistentätigkeit mit oder ohne Orchester setzt er fort.

DISCOGRAPHIE:

Telemann
Konzert in D-Dur, Orchestre de Chambre de Toulouse, «Le Club Français du Disque» 344

Konzert in D-Dur, für Trompete, zwei Oboen und Streicher, EMI CCA 1060

Vivaldi
Konzert für zwei Trompeten in C-Dur, Orchestre de Chambre de Toulouse, 2. Trompete: A. Bernes, EMI CVD 2212

J. Haydn
Konzert in Es-dur, Orchestre de Chambre de Toulouse, EMI C 069-12140

Brass Bulletin 45, I / 1984 Seiten 58–60

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1984–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Wie kommt die Digitalisierung voran?

Wir machen Brass Bulletin nach und nach online zugänglich, Artikel für Artikel. Neu digitalisierte Artikel können Sie lesen, sobald sie verfügbar sind – auch wenn die gesamte Ausgabe noch nicht fertig ist.

Unser Digitalisierungsplan zeigt die neuesten Ergänzungen und die voraussichtlichen Verfügbarkeitstermine der kommenden Ausgaben. Diese Schätzungen basieren auf unserem jüngsten Arbeitstempo und können sich ändern.

Brass Bulletin durchsuchen.