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Guy Touvron

Im Rampenlicht

Vor der internationalen Karriere stehen Dorfblaskapelle, Maurice Andrés Klasse und Wettbewerbe – doch Guy Touvron weigert sich beharrlich, den Star zu spielen.
Guy Touvron

Guy Touvron ist unter den jungen französischen Trompetern mit Sicherheit einer der begabtesten. Eine freie und direkte Ansprache verleiht seiner Artikulation die Leichtigkeit, die den grossen Interpreten eigen ist und die ihren musikalischen Ausdruck so einfach erscheinen lässt, dass der Hörer sich völlig entspannt. Seine vollendete Technik erlaubt ihm, alle grossen Werke des Repertoires anzugehen.

Er hat sich bereits einen beachtlichen Namen geschaffen, und seine Berühmtheit könnte noch grösser sein, wenn er sich als Star in den Vordergrund schieben wollte, was er aber glücklicherweise vermeidet. Offen, ganz sich selbst, sagt er, was er denkt und macht Spässe wie ein Student. Daran mögen die einen Anstoss nehmen, aber für andere ist es das Zeichen einer permanenten Infragestellung seiner selbst von einem Musiker, der sich nicht allzu wichtig nimmt.

Seine Schüler können es bestätigen: abgesehen von seiner Erfahrung und seinem Talent, dank derer sie ihre Fortschritte machen, ist er einer der Ihrigen. Als Poet der Trompete verbindet Guy Touvron musikalische Eleganz mit dem Schalk des französischen Charmeurs. Ein Mann, der sich den Enthusiasmus der Adoleszenz zu bewahren wusste.

Guy wurde am 15. Februar 1950 in Vichy geboren. Seine Eltern sind keine Musiker. Einer der Grossväter — der als Kornettist zum Saxhorn hinüberwechselte, nachdem er seine Zähne verloren hatte — könnte wohl einen Einfluss ausgeübt haben auf den kleinen Guy, der schon um die Musiker herumrannte, als die Blechblasmusik von St. Yorre vorbeidefilierte. Er bewunderte die weissen Jacken ihrer Uniform und war fasziniert von dem «Lärm», den «das» machte, wie er erzählt.

Der Grossvater sorgt für den Beginn des Unterrichts und schreibt Guy im Solfège-Kurs ein, den der Kapellmeister Monsieur Vincent erteilt. Die Erfahrung erweist sich als überzeugend, und man denkt daran, Guy die Querflöte spielen zu lassen. Der aber hatte in der Blaskapelle einen Burschen entdeckt, der getrennt von den andern spielte, und zwar ein Kornett. Er identifizierte sich mit ihm und nährte seinen Ehrgeiz.

– Ich würde es vorziehen, Kornett zu spielen, Monsieur.
– Wir haben keines, bekam er zur Antwort.
– Dann geh’ ich!

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Brass Bulletin 44, IV / 1983 Seiten 8–12

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