Das Publikum bei den öffentlichen Wettspielen besteht vor allem aus Klassenkameraden der Kandidaten, ehemaligen und jüngeren Schülern und Berufsmusikern.
Zuerst spielt ein Kandidat nach dem andern das «alte» Stück; im zweiten Durchgang folgt dann das Auftragswerk.
Die Jury besteht im allgemeinen aus einem Vertreter der Schulleitung, einem Komponisten und fünf Instrumentalisten (davon höchstens drei aus dem eigenen Haus). Vorerst entscheidet das Gremium jeweils für jeden Preis, ob er überhaupt vergeben werden soll. Der Präsident der Jury gibt das Resultat bekannt. Darauf werden durch Mehrheitsbeschluß die Preise zuerkannt, vermittels Listen, auf die jeder einen Namen schreibt.¹
Wer einen ersten Preis erhalten hat, verläßt das Konservatorium, um seine Berufslaufbahn anzutreten, und in der Klasse (die aus höchstens 12 Schülern besteht) wird ein Platz frei. Dieser wird dann in einem Eintrittswettbewerb vergeben, bei dem beträchtlicher Andrang herrscht.
Alles in allem: ein altehrwürdiger Brauch und ein schöner Anlaß zur Begegnung. Wie zweckmäßig dieser Concours für den Werdegang des Musikers ist, der ja meist in ein Orchester eintreten wird, ist eine andere Frage und verdiente eine Erörterung.
¹ C. Pierre, Le Conservatoire National de Musique et de Déclamation. Documents historiques et administratifs. Imprimerie Nationale, Paris, 1900.