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Artikulationsarten - die Bogenstriche des Trompeters
Die Artikulationsarten
Artikulation bedeutet also nicht nur die Art, wie ein Ton angespielt wird, sondern auch wie er weitergeführt, abgeschlossen oder allenfalls gebunden wird (ganz entsprechend den Bogenstricharten bei Streichern)⁷. Jede Artikulationsart gliedert sich in drei Phasen: Anfang, stationäre Phase und Abschluss des Tons. Bei einigen gebundenen Artikulationen tritt anstelle der Abschlussphase jene des Bindungsvorganges. Die Qualität der Ausführung ist mit der «Schule» und der Musizierkultur des Spielers untrennbar verbunden.
Eine Charakteristik der einzelnen Artikulationsarten besteht letztlich in einer sorgfältigen Analyse ihrer Bestandteile.
Zahlreiche der heute allgemein geläufigen Namen für Artikulationsarten sind ursprünglich den Streichern entlehnt worden, und selbstverständlich sollte auch die Schreibweise in den Stimmen einheitlich sein, wovon später die Rede sein wird. Wir möchten nun die Artikulationsarten in zwei Gruppen unterteilt untersuchen: in diejenigen mit und diejenigen ohne Anstoss durch die Zunge.
Angestossene Artikulationen
Détaché heisst die Ausführung von Tönen innerhalb derselben dynamischen Stufe, wenn sie jeweils durch einen Anstoss getrennt werden. Sie wird mit dem gewöhnlichen Anstoss bewerkstelligt, und der Ton wird gleichförmig gehalten; der Abschluss ist weich, rund, ohne Zunge. In der Notenschrift wird Détaché durch einen kleinen Strich über oder unter der Note bezeichnet, der aber häufig auch weggelassen wird.
Das Wort détacher (trennen, absetzen) bezeichnet weniger, wie die zu trennenden Töne zu klingen haben, als wie sie auf Streichinstrumenten ausgeführt werden, nämlich durch Auf- oder Abwärtsbewegung des Bogens.
Die Länge der Pause zwischen Auf- und Abstrich bestimmt den Grad der Trennung der Töne. Beim Bläser ist es die Art des Anstosses, welcher, entsprechend dem Bogenwechsel, die Unterteilung des Gesamtklangs bestimmt.
Beim Détaché-Spiel können die «Lücken» zwischen den Tönen auf das absolute Minimum beschränkt werden, und gegebenenfalls kann gesanglich und nahezu gebunden gespielt werden.
Wenn eine noch grössere Kontinuität erstrebt wird, kann indessen nicht ohne weiteres vom gewöhnlichen zum weichen Anstoss übergegangen werden, welcher einer anderen Artikulationsart angehört. Das Détaché ist zwar keine betonte Artikulation, aber der Anstoss muss doch eher energisch und bestimmt sein als vorsichtig und weich. Das Détaché ist die meistverwendete Artikulationsart; es klingt in allen Tonlagen und Lautstärken gut.
Marcato: Das italienische Wort bedeutet «betont», «markiert» und bezieht sich auf die Art, den Ton anzuspielen wie auf seine allgemeine Dynamik.
Marcato ist die Ausführung von akzentuierten Tönen, die durch Anstoss getrennt sind. Typisch für diese Artikulationsart ist ein energischer, betonter Anstoss, nach welchem der Ton wieder abnimmt. Das Abnehmen kann allmählich erfolgen (diminuendo) oder plötzlich (subito piano oder sforzando). Der Abschluss ist auf jeden Fall weich und rund oder sogar «ausblendend», ohne Zunge.
Das Marcato wird mit gewöhnlichem Anstoss gespielt und in der Notenschrift mit einer kleinen Diminuendo-Gabel gekennzeichnet.
Diese Artikulationsart kann auch gewisse technische Schwierigkeiten mildern. So wird bei grossen Intervallsprüngen die Umstellung der Lippenspannung erleichtert:
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