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Die Begründer der französischen Trompetenschule

Merri Franquin, Eugène Foveau und Raymond Sabarich

Franquin, Foveau und Sabarich erscheinen durch ihre Pariser Laufbahnen, ihre Lehre, ihre Aufnahmen und die französische Trompetenschule.
Die Begründer der französischen Trompetenschule

Eugène Foveau, Merri Franquin, Raymond Sabarich

«Papa Franquin», wie ihn seine Schüler nannten, wird noch immer zu wenig gewürdigt. Er wurde 1848 in der Kleinstadt Lançon im südfranzösischen Département Bouches-du-Rhône geboren.

Mit 15 Jahren stöbert er auf dem Dachboden des väterlichen Hauses ein Cornet à pistons auf, und bald weiss Merri Franquin, was er will. Vier Jahre lang übt er für sich allein. Dann hört ihn ein Dirigent, der auf der Durchreise in Lançon Halt macht, und rät ihm, nach Marseille zu gehen. So wird er 1867 im städtischen Casino von Marseille als Kornettist engagiert.

Später finden wir ihn am Solokornettistenpult des Palais Lyrique und des Théâtre Chave derselben Stadt, bis er 1870 Soloflügelhornist im Marseiller Musikkorps der Nationalgarde wird. Dort bleibt er, bis er 24 ist.

Merri Franquin (ung. 1920)(Coll. M. Laplace)

Merri Franquin (ung. 1920)
(Coll. M. Laplace)

Dann fährt er nach Paris und bewirbt sich, trotz gewisser Schwierigkeiten, am 7. Mai 1872 um Aufnahme ins Konservatorium. Er wird sogleich in die Cornet-à-pistons-Klasse von Jean-Baptiste Arban aufgenommen. Im Wettbewerb des Jahres 1873 ist das Pflichtstück Böhms Air suisse in Arbans Bearbeitung, und die Preisträger sind Silvestre (1. Preis), H. Senée (1. Preis), Culenaere (2. Preis) und Jaussaud (2. Anerkennung). Damals trat man noch nicht ins Konservatorium ein, um es im folgenden Jahr mit einem Preis in der Tasche wieder zu verlassen, sondern die Tradition wollte es, dass man eine recht lange Lehrzeit beim Meister zu verbringen hatte.

CulenaereDirecteur de l'École Nationale de musique de Douai.1er prix de Cornet à Paris.

Culenaere
Directeur de l'École Nationale de musique de Douai.
1er prix de Cornet à Paris.

1874 ist das Zweite Solo von Arban Wettbewerbsstück ; Lorbeeren holen sich Ed. Lachanaud (1. Preis), Leroux und Siméon (2. Preise), Jaussaud (1. Anerkennung) und — Merri Franquin (2. Anerkennung). 1875 tritt Arban zurück ; sein Nachfolger wird sein Freund J. H. Maury, der vom Horn zum Cornet à pistons gewechselt hatte. Er erkennt Merri Franquins Begabung, zollt ihm Anerkennung (er widmet ihm ein Solostück) und nimmt seine Ausbildung an die Hand, was die Resultate der folgenden Wettbewerbe spiegeln :

1875 : Erstes Solo von Maury : Jaussaud (1. Preis), Galipeau (2. Preis), Franquin (1. Anerkennung), Dervaux (2. Anerkennung).

1876 : Zweites Solo von Maury : Léon Galipeau (1. Preis), Franquin (2. Preis), Jouchoux (1. Anerkennung), Philippe (2. Anerkennung).

1877 : Drittes Solo von Maury : Merri Franquin (1. Preis), Durietz (2. Preis), Naninck (2. Anerkennung).

Merri Franquin beschränkt sich nicht auf das Studium seines Instrumentes, sondern nimmt auch Solfègestunden bei Paul Rougnon und vervollständigt seine musikalische Bildung unter der Anleitung von Théodore Dubois, der ihm ersten Unterricht in Harmonielehre erteilt.

Seine eigentliche Karriere beginnt er recht spät (im Vergleich zur Frühreife eines Foveau), nämlich mit 28 Jahren. Er ist nacheinander erster Solokornettist der Concerts Pasdeloup (1876-92), Solotrompeter der Concerts Colonne (1884-92), erster Solotrompeter im Théâtre national de l'Opéra (1880-1901) und Solotrompeter der Société des Concerts du Conservatoire (1892-1901).

Von 1899 bis 1901 ist er zudem Mitglied des Orchestre des Grands Oratorios de Saint-Eustache, mit welchem er mehrmals als Solist auftrat, was damals ein seltenes Privileg war.

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Brass Bulletin 29, I / 1980 Seiten 67–80

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