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Cesare Bendinelli (1542-1617)

Die Trompetenschule

Teil 2 – Ende

Von Edward H. Tarr

Die erste Trompetenschule neu entdeckt: Edward H. Tarr zeigt, wie Bendinellis Traktat von 1614 unser Bild von Technik, Signalen und Ensemblespiel verändert.
Cesare Bendinelli (1542-1617)

Dieser Artikel setzt die in Brass Bulletin 17 (1977) begonnene Reihe fort. Dort sind in einem ersten Teil die biographischen Fakten über Bendinelli zusammengetragen worden. In diesem zweiten Teil wird Bendinellis Tutta l’arte della Trombetta (1614) besprochen.

Zweiter Teil: Die Trompetenschule

Wie wir heute wissen, schenkte Bendinelli 1614 der Accademia Filarmonica seiner Geburtsstadt Verona eine 1585 von Anton Schnitzer hergestellte Trompete und ein Buch mit dem Titel Tutta l’arte della Trombetta («Vollständige Kunst des Trompetenspiels»)¹.

In den Akten der Accademia Filarmonica von Verona ist eine Notiz von der Schenkung erhalten. Dort steht, dass Bendinelli die Trompete und die Schule dem Conte Agostino Giusti, einem der Mitglieder, zusammen mit einem heute nicht mehr erhaltenen Brief gab und dass Giusti gebeten wurde, dem Spender im Namen aller zu danken². Diese Schenkung wurde in die Bibliothek aufgenommen und begann einen Dornröschenschlaf.

Obwohl Giuseppe Turrini beide, Trompete und Schule, in seinem 1941 gedruckten Katalog der Bestände der Accademia Filarmonica erwähnte³, sind sie der Trompetenforschung erst 1970 bekannt geworden. Der Musikforscher Lorenzo Bianconi⁴ hatte sie bemerkt, als er im Auftrag des Quellenlexikons RISM⁵ die Bestände italienischer Bibliotheken untersuchte.

Als Bianconi mit mir im Herbst 1970 zum internationalen musikwissenschaftlichen Kongress nach Bonn reiste, erzählte er mir von der Trompetenschule. Ob ich sie kannte? Nein — aber auf meiner nächsten Italienreise besuchte ich Verona. Prof. Enrico Paganuzzi, der Vorsteher der Bibliothek der Accademia Filarmonica, war sehr hilfreich und entgegenkommend, und so kam es, dass der Bärenreiter-Verlag die Faksimile-Ausgabe 1975 herausbrachte.

Seither ist Bendinellis Trompetenschule in einigen Publikationen gewürdigt worden⁶, und die Sonate Nr. 336 daraus ist im Druck erschienen⁷.

Da sich der Leser in diesen Publikationen der letzten Zeit ein genaues Bild der Schule machen kann, will ich in diesem Artikel zunächst die Bedeutung der Schule kurz zusammenfassen und dann nur drei Aspekte herausstellen: 1) die Tabelle des Tonumfangs der Trompete am Anfang der Schule; 2) die Militärsignale und 3) die mehrstimmigen Stücke.

Bisher wurde Girolamo Fantinis Modo per imparare a sonare di tromba (Frankfurt 1638) für die früheste Trompetenschule gehalten⁸. Das Werk Bendinellis hat nunmehr diese Ehre.

Andere wichtige Zeugnisse über das Trompetenblasen aus diesem zeitlichen Umkreis sind, in chronologischer Reihenfolge: 1) die Notizbücher zweier deutscher Trompeter am dänischen Hof, aufgeschrieben von Hendrich Lübeck (um 1596–1609) und Magnus Thomsen (1598)⁹; 2) Claudio Monteverdis fünfstimmige Orfeo-Toccata (1607)¹⁰; 3) wichtige Hinweise im 3. Band von Michael Praetorius’ Syntagma musicum (Wolfenbüttel 1619)¹¹ und 4) die Militärsignale, die Marin Mersenne in seiner Harmonie universelle (Paris 1636–1637) mitteilt¹².

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Brass Bulletin 21, I / 1978 Seiten 13–25

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