Brass Bulletin 25, I / 1979 (Seite 27–39) · 12 Min. Lesezeit
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Maurice André

Biographie

Vom Zirkus zur Weltkarriere: Maurice André zeigt, wie Disziplin, tägliche Arbeit und technische Präzision den Weg eines Ausnahmetrompeters geprägt haben.
Maurice André

1962 (Januar), Ball in Saint-Ambroise

Nach einem Gespräch vom 18. August 1978 von Jean-Pierre Mathez redigiert.

J.-P. M.: Was habt ihr unter Herrn Sabarich am Conservatoire spielen müssen ?
M. A.: Arbans grosse Etüden selbstverständlich. Und wir arbeiteten mit dem, was der Professor für jeden von uns nützlich fand. Wir arbeiteten Tonleitern nach Balays Methode, Charliers «Etudes transcendantes» und auch Chavannes Etüden, eigentlich das ganze klassische Repertoire. Jetzt bin ich doch selbst Professor am Conservatoire, da lasse ich noch immer diese guten alten Etüden arbeiten, füge aber dem Programm zeitgenössische Übungsstücke von Marcel Bitsch, Charles Chaynes, Henri Tomasi, Raymond Sabarich usw. bei.

J.-P. M.: Welches Pflichtstück für Kornett à pistons musstest du vorspielen ?
M. A.: Oje, die haben mir eine harte Nuss auferlegt: «Variations sur un thème de Scarlatti» von Marcel Bitsch. Übrigens haben die mich damals verwöhnt, gleich zwei solche Nüsse, denn im nächsten Jahr wollten sie «Incantation, Trênes et Danses» von Desenclos. Ich hab' die Professoren jener Zeit im Verdacht, die Komponisten beeinflusst zu haben. Etwa so: «Heuer solltest du ein bisschen zurückstecken» oder «Mach nur, die sind standfest». Heute gibt's diese Verbindung zwischen Professoren und Komponisten nicht mehr. Die schreiben eben so wie es ihnen einfällt, und wir müssen es spielen...

J.-P. M.: Wie war es unter euch ? Wieviele Schüler wart ihr?
M. A.: Damals waren wir 12: 6 Kornettschüler und 6 Trompetenschüler. Auch das hat sich verändert: heute sind's 4 Kornett- und 8 Trompetenschüler. Die Beziehungen der Schüler untereinander waren sehr gut, aber am Instrument haben wir uns nicht geschont. Denk dir, damals gab's den Bernard Jeannoutot, einen wunderbaren Trompeter, den Marcel Lagorce, den Gérard Roussel aus Lille, den Albert Calvayrac, den Jean Pirot und noch andere. Für Konkurrenz war gesorgt!

In der Fortsetzung spricht Maurice André über seine ersten Engagements, die Anfänge seiner Solokarriere sowie über den Zugang zu Klang und Übepraxis, die sein Spiel geprägt haben.

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