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W. A. Mozart und die Trompete...

W. A. Mozart und die Trompete...

Mozart Familie (J.N. de la Croce, Salzburg, Mozart Museum)

Stendhal, der berühmte französische Schriftsteller, war gleichzeitig ein ausgezeichneter Amateur auf dem Gebiet der Musik. Eine wenig bekannte Korrespondenz mit seinem Freund Louis De Lech (1808-1809) erhellt auf eine interessante und anekdotische Weise das Leben von Haydn. Im Jahre 1814 ging er auf die gleiche Weise vor, um eine von Schlichtegroll geschriebene Biographie von Mozart zu «übersetzen». Hieraus im folgenden eine erstaunliche Stelle:

Jeder Tag erbrachte neue Beweise für die hervorragende Eignung Mozarts für die Musik. Die geringsten Unterschiede zwischen den Klängen konnte er wahrnehmen und auch bezeichnen; und jeder falsche Ton oder jeder rauhe Ton, der nicht durch einen Akkord poliert wurde, war für ihn eine Qual. In diesem Zusammenhang fühlte er in seiner frühen Kindheit bis ungefähr ins zehnte Altersjahr ein unbezwingbares Entsetzen vor der Trompete, wenn sie nicht ausschliesslich dazu diente, ein Musikstück lediglich zu begleiten. Wenn man ihm dieses Instrument zeigte, machte es auf ihn ungefähr den gleichen Eindruck wie auf andere Kinder eine geladene Pistole, die man spasshafterweise auf sie richtet. Sein Vater glaubte ihn von dieser Schwäche heilen zu können, indem er in seiner Gegenwart Trompete blasen liess, obwohl der junge Mozart ihn inständig bat, ihm diese Tortur zu ersparen. Beim ersten Ton erbleichte er und fiel zu Boden, und es ist sehr wahrscheinlich, dass er Krämpfe bekommen hätte, wenn man nicht augenblicklich mit dem Spiel aufgehört hätte.

Der Trompeter war der berühmte Schachtner, «Trompeter in dem Orchester des Erzbischofs und ein guter Freund der Familie Mozart» [für welchen Leopold sehr wahrscheinlich sein Trompetenkonzert geschrieben hat]. «Eine der Personen, die der junge Mozart — trotzdem — überaus gern hatte […].»

Brass Bulletin 42, II / 1983 Seiten 9–10

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