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9 Min. Lesezeit

Maurice André

Biographie

Teil 3 – Ende

Von Jean-Pierre Mathez

Maurice André blickt auf die Reife—Balance zwischen Konzerten, Aufnahmen und Unterricht, Verfeinerung des Umgangs mit Instrumenten und Publikum sowie Vorbereitung auf die Grenzen der Laufbahn.
Maurice André

J.-P. M.: Du sprachst von der Bedeutung eines ausgeglichenen Privatlebens.

M. A.: Jaja, auch das ist mir gut gelungen, mein Privatleben. Ich habe das Glück gehabt, eine Frau zu finden, die sich ums «business» kümmert (ich bin nämlich ein hoffnungsloser businessman), was ja recht nützlich ist. Unsere Kinder sind gesund. Das gehört ja alles dazu, nicht wahr?! Und dann, vor einiger Zeit habe ich mich ans Holzschnitzen gemacht. Ich weiss eigentlich gar nicht, wieso ich damit angefangen habe, vielleicht ein Erbe meiner Sevenner Familie. Du kennst doch die Sevennen, in Südfrankreich. Dort ist man vorsichtig, ganz im Gegensatz zu der Côte d'Azur, wo man eher leichtsinnig wäre [er lacht]. Ich weiss ja, dass ich nicht bis in alle Ewigkeit blasen werde wie jetzt, selbstverständlich bin ich darauf gefasst, dass ich demnächst mal langsamer werde treten müssen — mit der Trompete kann das ziemlich plötzlich eintreten — aber ich bereite mich darauf vor. Ich widme mich immer mehr meinen Schülern, der Schnitzerei und der Malerei. Bestimmt ist das die Wirkung der bekannten Sevenner Vorsicht.

J.-P. M.: Du bereitest dich also aufs Gelingen der zweiten Hälfte deines Lebens vor?

M. A.: Eines Tages bin ich einem Bekannten aus dem Süden begegnet, der bei meinem Onkel Jean studiert hatte, und der ihn insbesondere seiner Liebenswürdigkeit wegen bewunderte (alle seine Schüler mochten ihn, sie nannten ihn alle «Papa André»). Er fragte mich: «Wie geht es dem Onkel Jean?» «Sehr gut.» «Wie verträgt er das Älterwerden?» «Phantastisch», hab ich da geantwortet [er lacht], «er pflegt seinen Garten, er geht fischen und vieles andere. Das Berufsleben, der Unterricht, all der Kram, der liegt so weit zurück». Siehst du, auch ich möchte das Älterwerden so phantastisch erleben.

J.-P. M.: Lass uns mal von Zahlen reden. Hast du eine Ahnung, wieviel Konzerte du bis jetzt gegeben hast?

Er führt Überlegungen zu Alter, Arbeitsumfang und Aufnahmetätigkeit weiter und behandelt anschließend Instrumentenanpassung, Publikumsbeziehung sowie Tourneeanekdoten als Ergänzung seines Ansatzes.

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Brass Bulletin 26, II / 1979 Seiten 35–44

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