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Renold Schilke in Frankfurt

Interview

Renold Schilke in Frankfurt

R. S.: Dies ist das zehnte Jahr, dass ich zur Frankfurter Messe komme. Besonders freut mich, dass die Abteilung Musik von nächstem Jahr unabhängig von der restlichen Messe geführt werden soll, eine Woche früher. So wie es jetzt ist, sind die Leute ungehalten über die praktischen Schwierigkeiten, die unvermeidlich sind bei dem Riesenauflauf, den das Nebeneinander verschiedenster Gewerbezweige verursacht. Man müsste die Musikmesse so reorganisieren, dass die Instrumentenbauer mehr Platz zur Verfügung hätten. Die Händler könnten dann Berufsmusiker mitbringen und mit deren Hilfe die Instrumente sogleich testen. Ich halte das für lebenswichtig, denn auf dem Gebiet der Instrumente sind die Händler ganz auf die Kenntnisse und Wünsche der Berufsmusiker angewiesen. Bisher hat diese Zusammenarbeit infolge der kärglichen Platzzuteilung nicht ideal funktionieren können. Nächstes Jahr könnte sich das endlich ändern zu jedermanns Nutzen.

B. B.: Eine hinterhältige Frage, Herr Schilke: Warum stellen Sie in Frankfurt nie Ihre eigenen Instrumente aus?
R. S.: Ich habe keine Instrumente zum Ausstellen. Kaum hat ein Instrument meine Werkstatt verlassen, ist es schon unterwegs zum Käufer, für den es gebaut worden ist. Es bleibt mir also nie genug für eine Ausstellung...

B. B.: Es gibt noch Glückspilze! — Glauben Sie, dass die Geschäftsabschlüsse hier in Frankfurt ganz allgemein zugenommen haben dieses Jahr?
R. S.: Ich glaube in der Tat, dass mehr Geschäfte als je getätigt worden sind, trotz der Kursschwankung zwischen den verschiedenen harten Währungen. Die Nachfrage nach Instrumenten steigt beständig an. Sie scheint sogar ein Rekordniveau zu erreichen. Indessen werden — gerade auf Grund der immer strengeren Qualitätsmaßstäbe — diejenigen leer ausgehen, die mit der Entwicklung nicht Schritt zu halten vermocht oder verstanden haben.

Brass Bulletin 26, II / 1979 Seite 33

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