Herbert L. Clarke (1867-1945)
Die ersten Berufsjahren
Von David Hickman
Die zwei vorigen Hefte von Brass Bulletin (Nr. 18 u. 19) enthielten Herbert L. Clarkes, des berühmten Dirigenten und Kornettisten, erste Jahre: wir haben berichtet, wie er zum begabten Kornettisten und Bratschisten wurde, als er gerade erst sein Schuldiplom in Toronto erhielt, wie er den Ehrgeiz entwickelte, ein grosser Kornettsolist des Ranges von Levy, Emerson, Bent und Liberati zu werden, als er im «Opera House» Bratsche und in lokalen Blechbläsergruppen Kornett spielte, wie er mit 19 Jahren bei einem Kornettwettbewerb in Indiana den ersten Preis gewann, und wie er erfahren musste, dass sein Posten als Bratschist im «Opera House» durch einen Pianisten ersetzt werden sollte, gerade als er voll Stolz und Vertrauen seinen Posten für die Saison wieder antreten wollte.
Nach einem erfolglosen Streik und einer misslungenen Tournee mit den neugegründeten «Alliance Orchestra» und «Swiss Bell Ringers», befolgte Herbert den Ratschlag seines Vaters, nach Rochester New York zu kommen, um dort sein Glück im Geschäftsleben zu suchen.
Es war nicht möglich, in Rochester eine Stelle in einem guten Geschäft zu finden. Nach Wochen erfolglosen Suchens kehrte Clarke zur Musik zurück, als Bratschist im «Academy of Music Theatre», einem Variété-Schauspiel bester Qualität, und als Kornettist in der Blechbläsergruppe des Theaters, die vor jeder Aufführung ausserhalb des Saales spielte.
Obwohl er schon täglich zwei dreistündige Schauspiele (auf der Bratsche) begleitete und jeweils davor eine Stunde lang Kornett spielen musste, fand er noch Zeit, ernsthaft Kornett zu üben. Zur Aneignung der technischen Fertigkeiten, die für einen grossen Solisten notwendig sind, begann er sein Zungenspiel zu entwickeln.
Sogar im Gehen trainierte er: 4 Noten pro Schritt und 32 Schritte pro Atemholen. Dann kam der dreifache Zungenschlag — «Tu Tu Ku» — zwei Trioletten pro Schritt, ebenso der «K-Anstoss», 4 pro Schritt. Darauf, meint Herbert Clarke, gründete sein korrektes, regelmässiges Zungenspiel.
Kurz nach Herberts Umzug nach Rochester folgten seine Brüder Ed und Ern nach. Ed trat ins «Theatre Orchestra» als Geiger ein, und Ern hatte genügend Selbstvertrauen, mit 21 Jahren nach New York zu reisen und dort dem berühmten Patrick Sarsfield Gilmore vorzuspielen. Er wurde in dessen bekanntes Orchester aufgenommen und machte Karriere als Posaunist.
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