Johannes
Johannes, der jüngere der beiden Brüder, 1954 geboren, ähnelt Conrad in der Intensität, mit der er sich selbst in den Spielprozess einbringt. Er unterscheidet sich hinsichtlich der Arbeitsmethoden und der klingenden Resultate. Johannes wurde nicht durch seinen Bruder bekannt, brauchte sich aber auch nicht gegen ihn durchzusetzen. Beeinflussungen sind freilich gar nicht auszuschliessen. So brachte Conrad seinen Bruder Johannes zu jenem guten Posaunenlehrer, der auch ihm weitergeholfen hatte; so spielte auch Johannes während seiner Studienzeit in Berlin Rock- und Soulmusik. Von 1979 an widmete er sich dann ausschliesslich dem Jazz bzw. der improvisierten Musik. Seit 1980 leitet er eigene Workshops mit improvisierenden Musikern, für die er auch kompositorische Vorlagen entwirft.
Nochmals zusammen
Eine Besonderheit stellt das Anfang der achtziger Jahre entstandene Quartett «Doppelmoppel» dar, in dem Conrad und Johannes Bauer mit den Gitarristen Uwe Kropinski und Helmut «Joe» Sachse zusammenspielen. In dieser Spielkonstellation, in der die ansonsten verschiedene Wege gehenden Posaunisten wieder zusammentreffen, ist alles möglich: die gemeinsame Steigerung und der trotzige Widerspruch, stilistische Vielfalt und strikter Purismus, reine Musizierfreude und konzentrierte Mitteilung.
Conrad und Johannes Bauer haben auf dem gleichen Instrument durchaus Unterschiedliches zu sagen. Worin sie einander entsprechen, das ist ihre Überzeugungskraft.