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Branimir Slokar
Porträt
Branimir Slokar
Die Posaune hat in Branimir Slokar einen ausserordentlichen Vorkämpfer gefunden. Seine starke Persönlichkeit drückt sich in erlesener Eleganz aus, dank wacher Musikalität und beherrschter Virtuosität.
Brani, wie ihn seine vielen Freunde nennen, wurde am 7. Juni 1946 in Maribor in Jugoslawien nahe der österreichischen Grenze geboren. Die Nachkriegszeit ist hart, und Familie Slokar erlebt schwierige Zeiten. Dort erwirbt Branimir vielleicht die Willensstärke, die ihm ein erfülltes Leben ermöglicht hat!
Nach der Schulpflicht bereitet er sich auf ein Psychologiestudium vor. Seine Beziehung zur Musik ist noch oberflächlich. Zum Kuss der Muse fehlte dem Schicksal noch etwas Nachhilfe, die sein Schwager Alfonz, Solooboist im Radio-Orchester Zagreb, leistete. Branis geplantes Studium ist lang und teuer, und das stellt ein ernstes Problem dar. Bei der Familienweihnachtsfeier 1961 bespricht man es. Alfonz rät Brani, Posaune zu lernen, um eine zusätzliche Einnahmequelle zu haben. Einige Wochen später die erste Erfolgsmeldung mit einer Postkarte (heute ein Kultgegenstand!), auf welcher geschrieben steht:
Du bläst wie ein Verrückter, und es passiert nichts
Im dritten Stock des Mietshauses, das auch die Familie Slokar bewohnte, lebte ein Fagottlehrer, der an der Musikschule von Maribor auch Posaune unterrichtete. Natürlich gelangte man mit dem Projekt zuerst an ihn, aber er bestimmte: «Entweder Fagott oder gar nichts!» Brani, der von Dixieland träumte, nutzte die Sommerferien, um eine Lösung zu finden. Er fand für wenig Geld eine alte tschechische Posaune. Ein Blasmusiker bringt ihm die Anfangsgründe des Instruments bei, und der Schwager gibt ihm einige nützliche Ratschläge als Berufsmusiker.
Die «Dixieland»-Periode!
Brani, 6jährig (im Medaillon: seine Mutter und sein Vater).
Die ersten klassischen Konzerte als Solist.
Der Beginn
Einige Monate später hört ihn der Fagottlehrer blasen und lädt ihn an die Musikschule von Maribor ein. Als 18jähriger spielt Brani an den Bällen der Region Posaune. Bald wird er auch das Handwerk des Orchestermusikers lernen, indem er im Orchester von Radio Ljubljana dritte Posaune bläst. Dann verlässt er aber diese Aktivitäten, um in Zagreb sein Psychologiestudium aufzunehmen, welches er während zwei Semestern verfolgen wird.
An der Musikakademie von Ljubljana drängt ihn Dragisa Miskovic, sein Posaunenlehrer, ernsthaft zu üben. Brani tut das intensiv während drei Jahren. Ausdauer, Technik, Musikalität entwickeln sich rasch. Schliesslich lässt er alles andere liegen, um sich ganz diesem Instrument zu widmen, welches er immer mehr liebt. Er erhält den ersten Preis an einem nationalen Wettbewerb, absolviert sein Diplom in Ljubljana. Die jugoslawische Regierung richtet ihm ein Stipendium aus; er kann sein Studium in Paris fortsetzen.
1970 — Paris, CNSMP, Klasse von Herrn Gérard Pichaureau
➜ Michel Hemes, Abel Thomas, M. Garzia, Claude Blandin, G. Pichaureau, François Garcia (au piano), Jérôme Naulais, Bernard Poulet, Christian Guisgnen, Gilles Millière, Christian Marchand, Edgar? (Liban), Branimir Slokar, Michel Becquet, Annie Capelle, Amid Dehocin, Alain Manfrin.
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Brass Bulletin 59, III / 1987 Seiten 10–16
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