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Die Ausbildung der britischen Blechbläser
Von Thomas Aitken
Bis vor etwa dreissig Jahren lernten die jungen Briten, die ein Blechblasinstrument spielen wollten, dies in Verbindung mit einer der vielen Amateur-Brassbands im Lande. Viele tun dies immer noch. Der Unterricht, den sie geniessen, reicht von sehr gut bis eher schlecht. Daneben gab es auch immer Privatunterricht von Berufsblechbläsern, obwohl diese Erscheinung nicht gleichmässig über das Land verteilt ist. Viele Public Schools (d.h. kostenpflichtige Privatschulen) haben seit Jahren Blechbläser-Lehrer angestellt.
Seit dreissig Jahren haben viele Anfänger während ihrer normalen Staatsschulpflicht begonnen, indem sie beigezogene Lehrer besuchten und Leihinstrumente benützten. Die Schulen versuchen, Orchester und Bands verschiedenster Art anzubieten, so dass für Schüler, die einmal die technischen Grundlagen haben, eine Menge Spielmöglichkeiten bestehen. Natürlich können sie auch in den Bands und Amateurorchestern spielen, die in fast jeder grösseren Gemeinde zu finden sind.
Wenn ein Schüler nach Beendigung der Schulpflicht seine Ausbildung auf dem Instrument fortsetzen will, so versucht er, einen Platz an einer Musikschule zu bekommen. Grundsätzlich hat sich dies nicht verändert — mit Ausnahme einer beträchtlichen Zunahme dieser Institutionen in unserem Jahrhundert.
Bei der Betrachtung der britischen Blechbläserausbildung habe ich mich dokumentiert bei John Edney, einem der beiden Blechbläserverantwortlichen der Inner London Education Authority (ILEA) und bei Harold Nash, dem Vorsteher der Blechbläserfachgruppe an der Royal Academy of Music und Soloposaunisten an der Königlichen Oper Covent Garden.
John Edney ging selbst in London zur Schule. Er begann mit 13 Jahren, Posaune zu blasen und fand nach Versuchen mit Horn und Trompete dazu zurück. Er war 1951 eines der Gründungsmitglieder des London Schools Symphonieorchesters. Nach seinem Studium am Trinity College of Music spielte er nacheinander in der Band der Grenadier Guards, im Festival Ballet, im BBC Scottish Orchestra, als freischaffender Londoner Musiker und am königlichen Opernhaus. Er begann seine (Teilzeit)-Tätigkeit für die ILEA 1970 und spielt weiterhin frei bei einigen führenden Londoner Kammerorchestern.
Harold Nash lernte in einem Heilsarmeecorps in Südwales zu spielen. Nach einem gescheiterten Versuch, das Tenorhorn zu meistern wechselte er zur Posaune und wurde damit glücklich. Er gewann ein Stipendium für die Royal Academy of Music, wo er bei Sidney Langston studierte, der ihn ab und zu als Zuzüger ins Royal Philharmonic Orchestra mitnahm. Von dort kam er zur Sadlers Wells-Oper und 1956 zum Royal Opera House, wo er blieb. Er folgte Sydney Langston als Posaunenlehrer an der Akademie 1973, und während seiner Zeit dort hat dieses Institut beträchtliche Veränderungen in Studiengang und Struktur erfahren.
Im Grossen und Ganzen sind ILEA und die Akademie repräsentativ für andere ähnliche Organisationen und Einrichtungen — auch wenn die ILEA lange Zeit grosszügiger war als die meisten anderen lokalen Schulbehörden. (Unter dem Thatcher-Regime, das versucht, die Lokalautonomie in England abzuschaffen, kann sich das ändern, da die ILEA eine seiner prominentesten Zielscheiben ist. Leider könnte dieser Artikel eine historische, um nicht zu sagen nostalgische Note haben.)
Mit seinem Kollegen Michael Hinton beaufsichtigt John Edney die Arbeit von etwa 320 Blechbläserlehrern in Londons Primar- und Sekundarschulen. Diese Lehrer, die sich aus dem grossen Bestand an Londoner Berufsbläsern rekrutieren, können bei der ILEA höchstens 10 Wochenstunden erteilen. Manche unterrichten auch viel weniger. Einige unterrichten nur ihr spezielles Instrument, aber die meisten unterrichten die ganze Familie.
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Brass Bulletin 54, / 1986 Seiten 48–59
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