Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

12 Min. Lesezeit

Die Ausbildung der britischen Blechbläser

Im Grossbritannien der 1980er-Jahre prägten Brassbands, Schulen und Musikhochschulen die Blechbläserausbildung, während steigende Ansprüche auf knappe Mittel trafen.
Die Ausbildung der britischen Blechbläser

Bis vor etwa dreissig Jahren lernten die jungen Briten, die ein Blechblasinstrument spielen wollten, dies in Verbindung mit einer der vielen Amateur-Brassbands im Lande. Viele tun dies immer noch. Der Unterricht, den sie geniessen, reicht von sehr gut bis eher schlecht. Daneben gab es auch immer Privatunterricht von Berufsblechbläsern, obwohl diese Erscheinung nicht gleichmässig über das Land verteilt ist. Viele Public Schools (d.h. kostenpflichtige Privatschulen) haben seit Jahren Blechbläser-Lehrer angestellt.

Seit dreissig Jahren haben viele Anfänger während ihrer normalen Staatsschulpflicht begonnen, indem sie beigezogene Lehrer besuchten und Leihinstrumente benützten. Die Schulen versuchen, Orchester und Bands verschiedenster Art anzubieten, so dass für Schüler, die einmal die technischen Grundlagen haben, eine Menge Spielmöglichkeiten bestehen. Natürlich können sie auch in den Bands und Amateurorchestern spielen, die in fast jeder grösseren Gemeinde zu finden sind.

Wenn ein Schüler nach Beendigung der Schulpflicht seine Ausbildung auf dem Instrument fortsetzen will, so versucht er, einen Platz an einer Musikschule zu bekommen. Grundsätzlich hat sich dies nicht verändert — mit Ausnahme einer beträchtlichen Zunahme dieser Institutionen in unserem Jahrhundert.

Bei der Betrachtung der britischen Blechbläserausbildung habe ich mich dokumentiert bei John Edney, einem der beiden Blechbläserverantwortlichen der Inner London Education Authority (ILEA) und bei Harold Nash, dem Vorsteher der Blechbläserfachgruppe an der Royal Academy of Music und Soloposaunisten an der Königlichen Oper Covent Garden.

John Edney ging selbst in London zur Schule. Er begann mit 13 Jahren, Posaune zu blasen und fand nach Versuchen mit Horn und Trompete dazu zurück. Er war 1951 eines der Gründungsmitglieder des London Schools Symphonieorchesters. Nach seinem Studium am Trinity College of Music spielte er nacheinander in der Band der Grenadier Guards, im Festival Ballet, im BBC Scottish Orchestra, als freischaffender Londoner Musiker und am königlichen Opernhaus. Er begann seine (Teilzeit)-Tätigkeit für die ILEA 1970 und spielt weiterhin frei bei einigen führenden Londoner Kammerorchestern.

Harold Nash lernte in einem Heilsarmeecorps in Südwales zu spielen. Nach einem gescheiterten Versuch, das Tenorhorn zu meistern wechselte er zur Posaune und wurde damit glücklich. Er gewann ein Stipendium für die Royal Academy of Music, wo er bei Sidney Langston studierte, der ihn ab und zu als Zuzüger ins Royal Philharmonic Orchestra mitnahm. Von dort kam er zur Sadlers Wells-Oper und 1956 zum Royal Opera House, wo er blieb. Er folgte Sydney Langston als Posaunenlehrer an der Akademie 1973, und während seiner Zeit dort hat dieses Institut beträchtliche Veränderungen in Studiengang und Struktur erfahren.

Im Grossen und Ganzen sind ILEA und die Akademie repräsentativ für andere ähnliche Organisationen und Einrichtungen — auch wenn die ILEA lange Zeit grosszügiger war als die meisten anderen lokalen Schulbehörden. (Unter dem Thatcher-Regime, das versucht, die Lokalautonomie in England abzuschaffen, kann sich das ändern, da die ILEA eine seiner prominentesten Zielscheiben ist. Leider könnte dieser Artikel eine historische, um nicht zu sagen nostalgische Note haben.)

Mit seinem Kollegen Michael Hinton beaufsichtigt John Edney die Arbeit von etwa 320 Blechbläserlehrern in Londons Primar- und Sekundarschulen. Diese Lehrer, die sich aus dem grossen Bestand an Londoner Berufsbläsern rekrutieren, können bei der ILEA höchstens 10 Wochenstunden erteilen. Manche unterrichten auch viel weniger. Einige unterrichten nur ihr spezielles Instrument, aber die meisten unterrichten die ganze Familie.

Weiterlesen

Erhalten Sie vollständigen Zugang zur digitalen Ausgabe.

Brass Bulletin 54, / 1986 Seiten 48–59

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1986–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Wie kommt die Digitalisierung voran?

Wir machen Brass Bulletin nach und nach online zugänglich, Artikel für Artikel. Neu digitalisierte Artikel können Sie lesen, sobald sie verfügbar sind – auch wenn die gesamte Ausgabe noch nicht fertig ist.

Unser Digitalisierungsplan zeigt die neuesten Ergänzungen und die voraussichtlichen Verfügbarkeitstermine der kommenden Ausgaben. Diese Schätzungen basieren auf unserem jüngsten Arbeitstempo und können sich ändern.

Brass Bulletin durchsuchen.