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Finnland-Spezial

Die Tradition der Blasmusiken in Finnland

Die Tradition der Blasmusiken in Finnland

Während der Regierungszeit des russischen Zars war die übliche Besetzung der Bläserensembles im Grossherzogtum Finnland folgend: Klarinette, Flöte, Oboe, Fagott, Serpent, Naturtrompete und handgestopftes Horn.

1870 verordnete Zar Alexander II. die Auflösung aller Bläserensembles um sie in Blechmusiken zu verwandeln. Die ursprüngliche Besetzung war folgende: 1 Es-Kornett, 2 B-Kornette, 1 Althorn in Es, 1 Tenorhorn in B, 1 Bariton und 1 Tuba. Anfänglich erprobte man wohl einige andere Varianten, aber sie waren nicht befriedigend. Das kaiserliche Manifest, das die offizielle Besetzung der Blasmusiken endgültig bestimmte, erschien 1880.

Das Blechbläserseptett war bald sehr populär. Jede Ortschaft, von der Stadt bis zum Weiler, besass eines. Die sieben Grundinstrumente konnten natürlich verdoppelt werden, je nach Anzahl der verfügbaren Musiker.

Als Beispiel kann man das Wohltätigkeitskonzert für die Invaliden des russisch-türkischen Krieges von 1877-1878 zitieren, das 1891 in Helsinki gegeben wurde. Die Blasmusik bestand aus 250 Musikern, darunter 46 Bass-Tuben, 30 Es-Kornette, 30 erste B-Kornette, 30 zweite B-Kornette und dazu Althörner, Tenorhörner, Euphonien und Schlagzeug. Auf dem Programm stand die «Ouvertüre 1812» von Tchaikovsky.

Diese ausserordentliche Vorliebe für die Blechblasinstrumente bestand auch nach der finnischen Unabhängigkeit weiter, bis 1926 die Blechmusiken systematisch in Harmoniebesetzungen (Blasorchester) verwandelt wurden.

1895 - typisches Ensemble (Porvoo)

1895 - typisches Ensemble (Porvoo)

1902-1903 militärische oder para-militärische Formation

1902-1903 militärische oder para-militärische Formation

1902-1903 militärische oder para-militärische Formation

1902-1903 militärische oder para-militärische Formation

etwa 1906 fast in jedem Dorf...

etwa 1906 fast in jedem Dorf...

Brass Bulletin 53, I / 1986 Seiten 49–51

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