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Ernest Hall, OBE (1890-1984)

Ernest Hall, OBE (1890-1984)

Ernest Hall

Mit Bewunderung und Liebe erinnern sich viele Generationen von Bläsern und Schülern an Ernest Hall.

Seine Karriere begann mit 14 in einem Theaterorchester in Liverpool, seiner Heimatstadt. Mit 22, nach zwei Studienjahren am Royal College of Music, wurde er Mitglied des London Symphony Orchestras und spielte dort ab 1924 die erste Trompete. 1930 wurde er Solotrompeter im neugegründeten BBC-Symphonieorchester, wo er bis 1950 blieb.

Er war Professor für Trompete am Royal College of Music von 1924-1960, wo er auch bis 1970 Bläser-Kammermusik unterrichtete. Er hat 2 Bände von «Schwierigen Stellen für Trompete» herausgegeben, und auch andere pädagogische Werke publiziert.

Malcolm Smith, koordinierter Solotrompeter im LSO, sagte über seinen Unterricht einmal folgendes:

Er interessierte sich mehr für musikalisches Spiel als für technische Schwierigkeiten. Wenn diese wirklich enorm gewesen wären, bin ich nicht sicher, ob er sie hätte in Ordnung bringen können. Aber er gab einem etwas mit, von dem man begeistert wurde. Nach drei Jahren bei ihm konnte man musikalisch spielen. Ausserdem war er scharf auf Transponieren. Manchmal hätte ich ihm gerne etwas angeworfen und wäre aus dem Zimmer gerannt.

Ein anderer Schüler, Bram Gay, erinnert sich an seinen unbestechlichen gesunden Menschenverstand:

Du brauchst keine neue Trompete, sondern mehr Haltetöne auf dieser hier!

Sein Ansatz als Trompeter, so schrieb Bram in «Sounding Brass», war eher ungewöhnlich. Ein ziemlich kleines, aber tiefes Mundstück fügte sich in ein dicht geschlossenes Lächeln ein…

«Die tatsächlich aussergewöhnliche Eigenschaft seines Spiels war seine konsistente Tonqualität. In welcher Lage, in welcher Lautstärke auch immer, der Ton selbst veränderte sich nie. Sogar noch 1953 konnte er in akustisch schwierigen Räumen ein unvergleichliches fortissimo blasen, ohne dass der Ton umkippte. Der Ton selbst war von bemerkenswerter Schönheit, zentriert und schlackenlos, und die süsse Eindringlichkeit liess einen denken, dass jeder Teil des Instrumentes mitschwang. Seine Attacke im forte glich einem Sturmangriff, während am anderen Ende der Palette das leiseste piano immer noch klar und ausdrucksvoll ansprach.

Und die Höhe? Ich habe von ihm beim üben ein schönes f gehört. Töne unter dem tiefen C waren, wie er sagte, nicht seine Stärke. Trotzdem blies er das Vorspiel zu «Carmen» in bemerkenswerter Weise…»

Brass Bulletin 49, I / 1985 Seiten 87–89

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