BrassBulletin

Internationales Magazin für Blechbläser

Brass Bulletin 31, III / 1980 (Seite 71–76) · 4 Min. Lesezeit
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Eine moderne Kopie einer historischen Kontrabassposaune

Eine rekonstruierte Kontrabass-Sackbut des 17. Jahrhunderts belebt historische Tiefblechpraxis zwischen venezianischer Mehrchörigkeit und heutiger Spieltechnik.
Eine moderne Kopie einer historischen Kontrabassposaune

1947 im nordenglischen Leeds geboren, studierte Richard Lister noch während seiner Schulzeit Tuba bei John Fletcher, wechselte dann zur Posaune und spielte mit lokalen Orchestern und brass bands. Während seines Universitätsstudiums in London studierte er bei Denis Wick und erhielt dann ein Stipendium für die Staatliche Musikhochschule Köln, wo ihn Vinko Globokar in die Neue Musik einführte. 1969 lernte er Edward Tarr kennen und wurde 1970 Mitglied von dessen Blechbläserensemble. Er ist Gründungsmitglied des Posaunenquintetts Brass Art. Seit 1978 Aufnahmen für EMI und Konzerte mit Hesperion XX mit Jordi Savall.

Freiberufliche Tätigkeit in und um die europäische «Szene», vor allem in Belgien (Aufnahmen für den belgischen Rundfunk) und Frankreich sowie Mitwirkung in Monteverdis Orfeo im Rahmen der Antwerpener Rubensjahr-Festspiele und in Lyon. Aufnahmen und Konzerte mit dem Tarr-Ensemble in Berlin, Paris, Zürich, Mailand, Rom sowie eine USA-Tournée 1979, mit Konzerten auf modernen und historischen Instrumenten (Barockposaunen und Naturtrompeten) in Boston, New York, Chicago und Los Angeles.

Seit ich mit zwölf Jahren Tuba zu spielen begann, haben mich tiefe Blechblasinstrumente stets fasziniert. Ich finde, dass es eine einmalige Befriedigung gibt, das Fundament einer Blechgruppe zu bilden, sei es im Orchester oder Kammerensemble, und nach langjähriger Mitwirkung als Bassposaunist in verschiedenen Gruppen für Alte und Neue Musik beschloss ich, mich auf die Interpretation Alter Musik auf Instrumenten ihrer Zeit zu konzentrieren.

Moderne Kopien barocker Posaunen, vor allem von deutschen Instrumentenbauern hergestellt, sind schon seit vielen Jahren auf dem Markt, vom selten gespielten Sopraninstrument bis hinunter zur Quart- oder Quintbassposaune in F oder Es. Gefehlt hat aber bisher die tiefste Stimme im Barockposaunenchor, und vor etwa drei Jahren beschloss ich, dem abzuhelfen.

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