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Zur Frühgeschichte der Ventile und Ventilinstrumente in Deutschland (1814-1833)

Teil 3

Von Herbert Heyde

Herbert Heyde zeichnet frühe deutsche Ventilinstrumente nach, von Stoelzels Hörnern bis zu Bässen, Herstellern, Patenten und Klangidealen.
Zur Frühgeschichte der Ventile und Ventilinstrumente in Deutschland (1814-1833)

Alt- und Tenorhorn, Ventilbasshorn*

Es ist die Zeit der Freiheitskriege, da ein neues frisches Lebensgefühl entsteht und die musikalische Romantik geboren wird, als sich auch in der Blasmusik eine Wende vorzubereiten und bereits abzuzeichnen beginnt. Signalhornklang, weit mensurierte Inventionstrompeten, Klappenhörner haben fast Symbolcharakter für diese Zeit, in der ein Drängen nach einem dunklen und starken Bassfundament und melodischer Beweglichkeit ruht.

Stoelzels Brief vom 6. Dezember 1814 an den König Friedrich Wilhelm III. ist mitgetragen von der Idee einer neuen Musik, «worüber die Welt erstaunen soll.» Er sprach damals noch von der Übertragung der Ventile auf Waldhorn, Trompete und Signalhorn. Sein Wunsch war, mit der «Einrichtung dieser neuen Musik bey den Regimentern» betraut zu werden.

Stoelzel begriff in den nächsten Jahren, dass in dieser Idee viel mehr enthalten ist, als nur das Übertragen der Ventile auf die genannten drei Instrumentenarten. Das Blasensemble, das sich neu bilden wollte, musste wieder eine geschlossene Einheit werden. Wie man den Schriften W. Wieprechts entnehmen kann, wurden die neu erfundenen Instrumente wie Klappenhörner, Englische Basshörner, Ophikleiden usw. einzeln in das Ensemble eingeführt. Dadurch kam es zu Disproportionen im Klanggefüge⁶.

Stoelzel schuf nach 1818 einen vierstimmigen Chor weitmensurierter Trompeten, zunächst wohl in besonderem Hinblick auf die Kavalleriemusik. Spätestens 1820 war der «Trompetenbass» fertig, und am 20. Januar 1821 führte der Posaunist Friedrich August Belcke, Stoelzels Kollege in der Hofkapelle in Berlin, den «Tenortrompetenbass» vor (AMZ 1821, Sp. 122). Bei seiner Vorführung 1824 in Leipzig hatte er bereits seinen später üblichen Namen «Tenorhorn» (AMZ 1824, Sp. 490). Der Trompetenbass stand in G, später meist in F oder Es, das Tenorhorn wie noch jetzt im allgemeinen in B.

Im Verlängerungsantrag von 1827 bekundet Stoelzel, dass er die Alt-, Tenor- und Basstrompeten — erst später Tenorhörner usw. genannt — erfunden habe. Nachdem er ausführte, dass die von ihm neuerdings durch seine Pumpenventile verbesserten Hörner, Trompeten und Posaunen ohne Mängel seien, fährt er weiter fort:

Der folgende Abschnitt erläutert Stoelzels Ventilkonstruktionen, Instrumentenproportionen und Kooperationen und zeigt, wie Bohrung, Ventillage und Bauform die entstehende Hornfamilie prägen.

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Brass Bulletin 26, II / 1979 Seiten 69–82

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