Zur Frühgeschichte der Ventile und Ventilinstrumente in Deutschland (1814-1833)
Von Herbert Heyde
Blühmel und Stoelzel persönlich
Über Blühmels Leben ließ sich nichts weiter ermitteln als bisher angeführt wurde und was aus einer weiteren Patentakte hervorgeht: Am 1. Oktober 1828 reicht Blühmel ein Patentgesuch betr. Holzblasinstrumente ein, das biografisch interessant ist wegen Blühmels Selbstzeugnis am Beginn des Gesuches:
«In meiner früheren Zeit erlernte ich Holzblase Instrumente, und nach der Zeit habe ich dergleichen Instrumente repariren müssen, weil man mir an meinem Wohnorte das Zutrauen schenkte, daß ich Kenntnisse von denen Instrumenten hätte.»
Blühmel war Bergmann in Waldenburg, hatte Holzblasinstrumente usw. erlernt und wechselte wegen der Grubenarbeit 1808 von der Violine zu Waldhorn und Trompete über. Er war vermutlich erst von dieser Zeit an auch «Berghautboist». Er starb vor 1845.
Folgende Überlieferungen weisen darauf hin, daß Blühmel in Geldsorgen lebte: In einem Brief vom 8. April 1818 an den Staatsminister bittet Blühmel
«den wohltätigen Beförderer alles Nützlichen und Guten, um eine Beihülfe..., damit ich meine Rückreise nach Schlesien weniger kummervoll in Hinsicht meiner Schulden, anzutreten im Stande bin.»
Und am 14. April weist der Staatsminister von Bülow die Staatskasse an, Blühmel 100 Thaler als Prämie für seine Erfindung «aus dem Fonds für gewerbliche Zwecke pro 1818 gegen Quittung zu zahlen.»
Blühmel bekennt in seinem Brief, dass die 400 Thaler Abfindung durch Stoelzel
«eine sehr unbedeutende Vergütung für meine, mehrere Jahre auf die Erfindung verwandte Mühe und Kosten [sind], welche ich aber wegen der bedürftigen Lage des p. Stölzel nicht höher habe bewirken können.»
Weiterlesen
Zugang zum vollständigen digitalisierten Brass Bulletin Archiv • CHF 5.– / Monat · jederzeit kündbar