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Der dritte Teil von Michael Höltzels Artikel «Meine Kontakte mit den Vereinigten Staaten» ist ein wichtiges Dokument für jeden amerikanischen Musiker, der vorhat, in Europa zu arbeiten. Angesichts des Überangebots an Blechbläsern, das gegenwärtig in den Staaten herrscht, werden viele von ihnen mit Sicherheit eine Anstellung in Europa suchen; anderseits wünschen die europäischen Orchester, die bestmöglichen Musiker, welche auch ihre Staatsangehörigkeit sein mag (was für ein jedes Orchester eine sehr gesunde Haltung ist), für freie Posten anzuwerben. Gesellschaftliche Formen und Gewohnheiten wechseln von einem Land zum anderen. Für den Neuling aus dem Ausland ist es wichtig, sich dieser Unterschiede — oder wenigstens ihres Vorhandenseins — bewusst zu sein. In der Tat ist dieses Wissen ebenso wichtig wie seine musikalischen Fähigkeiten. Ich habe viele Fehler begangen, als ich vor fünfzehn Jahren zwei Saisons mit dem Amsterdamer Concertgebouw Orchester gespielt habe. Die Ratschläge, die Michael Höltzels Artikel enthält, wären damals von unschätzbarem Wert für mich gewesen.

Ein Jahr ist seit dem Ersten Internationalen Blechbläserkongress vergangen, da erinnert man sich an manch ein Ereignis. Ein Vorfall ist es, der mir immer wieder in den Sinn kommt, weil damals eine unmittelbare Reaktion fehl am Platz gewesen wäre. Jetzt aber möchte ich durch BRASS BULLETIN meine Meinung dazu äussern. Ein von mir geschätzter Kollege und ich gaben einen gemeinsamen Meisterkurs. In diesem Kurs spielte ein Schüler einen Satz der ersten G-dur Cellosuite von Bach und zwar ziemlich unbedacht improvisierend. Nach meinem Vortrag über das Thema der Vorbereitung eines Stückes, fügte der von mir geschätzte Kollege etwa Folgendes hinzu: «Das Cello hat seine Literatur, und die Tuba hat ihre Literatur; Cellisten sollten die ihre spielen, Tubisten ebenso die ihre.» Von allem, was in Montreux vorgefallen ist, haben mir diese Worte am meisten missfallen.

Für einen Musiker — egal welches Instrument er spielt — ist es eine traurige Sache, sich lediglich mit der für sein Instrument geschriebenen Musik zu begnügen. In Kürze wird ein Artikel über die diskriminierende Auswahl von transponierten Solistenstimmen erscheinen, vorerst aber beziehe ich mich auf Studienmaterialien. Wenn euch etwas Freude macht, spielt es! Wenn euch etwas gefällt, spielt es! Wenn etwas zur Entwicklung eurer Spielfähigkeiten beitragen kann, spielt es! Tubisten können aus der bestehenden Literatur aller musikalischer Sparten, aller Instrumente, selbst für Singstimme schöpfen. Zum Beispiel könnte ich ohne die Literatur für Trompete, Horn, Posaune oder Cello nicht unterrichten. Für mich ist Literatur allgemeingültig.

Wer sich lediglich auf die Tubaliteratur beschränkt, bewegt sich innerhalb eines musikalischen Gefängnisses. Jede Musik ist unsere Musik, der Einzelne soll sie spielen dürfen, wie er es wünscht.

Brass Bulletin 19, III / 1977 Seiten 30–31

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