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Symposium 1978 - Auf die Zukunft gerichtet

Die Olympischen Spiele, die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten und die internationalen Instrumentenkolloquien sind Ereignisse, die im Vierjahresrhythmus in unser Blechbläserleben einwirken. Im Juni 1976 fand in Montreux, Schweiz, der Erste Internationale Blechbläserkongress statt. Vom 13. bis 17. Juni 1978 wird in Los Angeles, Kalifornien, USA, das dritte Internationale Tuba-Kolloquium abgehalten.

Solche Versammlungen setzen sich freilich als Ziel, den Teilnehmern erweiterte Kenntnisse und vielleicht auch neu erworbene Inspiration auf den Heimweg mitzugeben. Inspiration, diese magische Eigenschaft, hängt von der Erkenntnis ab, Erkenntnis wiederum von der Vorbereitung.

Wie kann man sich auf ein Kolloquium vorbereiten? Natürlich muss man sich auf musikalische Ausführungen und Workshop-Vorträge vorbereiten, an denen man teilnehmen wird. Da gibt es aber etwas Wesentlicheres: man muss ebenso gründlich über den persönlichen Ertrag aus einer Kolloquiumserfahrung wie über den eigenen Beitrag zu diesem Kolloquium nachdenken.

Wäre es nicht interessant, uns bei unserem nächsten Treffen im Juni über das Verbindende der Tuba Gedanken zu machen? Frage: werden diese Bande von etwas anderem jenseits der Tuba geschmiedet? Besteht eine Gemeinsamkeit unserer Psyche, die uns dazu getrieben hat, Tuba zu spielen, oder ist das geduldige Beharren und der mürrische Individualismus, den wir alle in einem gewissen Masse beim Tubastudium an den Tag legen, die Auswirkung der Tuba?

Einfacher ausgedrückt: haben wir die Tuba gewählt, weil wir so sind, oder sind wir so geworden, wie wir sind, weil wir die Tuba gewählt haben? Das Problem ist interessant, eignet sich allerdings besser zur Diskussion bei der traditionellen Bier-und-Pizza-Mahlzeit als während der Seminarsitzungen.

Sind wir nicht, jedenfalls in den Kolloquiumstagen, für die Tuba hyper engagiert? Sind wir denn nicht zuerst Musiker, und die Tuba nur das Werkzeug für unsere musikalische Ausdrucksweise? Denkt euch einmal ein Tubakolloquium, an dessen Abendkonzerten Rostropowitsch, Fischer-Dieskau und Julian Bream auftreten würden! Die Unterhaltungsthemen, die anschliessend bei der Bier-Pizza-Stunde aufgeworfen würden, kreisten wahrscheinlich um die Frage, wie solche hervorragenden Talente auf unser Instrument übertragen werden könnten.

Vom 13. bis 17. Juni wird aller möglichen Arten der Tubamusik gedacht werden. Im vergangenen Jahrzehnt, ja in den seit dem Ersten Internationalen Tubakolloquium (in Bloomington, Indiana) vergangenen vier Jahren hat die Tuba eine ungemeine Wachstumsperiode auf allen ihr eigenen Gebieten durchgemacht. Für den Einzelnen wird es schon fast unmöglich, über alles Neue Bescheid zu wissen: Repertoire-Neuigkeiten, Verbesserungen im Instrumentenbau usw.

Hoffentlich werden wir uns in den vier Tagen dieses Treffens auf das Aktuelle in der Welt der Tuba konzentrieren können, ohne das uns allen Geläufige wiederholen zu müssen. Damit dieses Kolloquium zur erwünschten Quelle der Erkenntnis und der Inspiration wird, dürften Weltoffenheit und Zukunftssinn von strategischer Bedeutung sein.

Brass Bulletin 21, I / 1978 Seiten 63–64

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