Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

10 Min. Lesezeit

Gebrauch eines Spektralmodells zur Entwicklung der Tuba-Klangfarbe

Lässt sich guter Tubaklang messen? Diese Studie macht Klang sichtbar — und eröffnet neue Wege, wie Musiker ihr Hören und ihren Ton formen können.
Gebrauch eines Spektralmodells zur Entwicklung der Tuba-Klangfarbe

Vorwort

Daniel D. Stancil ist gegenwärtig Nachdiplomstudent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und arbeitet für die Erlangung des Titels eines «Master of Science» der Elektrotechnik. Das «undergraduate»-Diplom in diesem Fach hat er an der Tennessee Technological University erlangt. Seine musikalische Ausbildung erweiterte er am Tenn Tech durch Nebenstudium und indem er fünf Jahre lang Euphonium (Tenortuba) im Tenn Tech Tuba Ensemble spielte. Es sei noch hinzugefügt, dass Daniel D. Stancil einer der ganz wenigen Studenten ist, die dem angesehenen Tech-Ensemble als Vollmitglieder angehören, obwohl Musik nicht ihr Hauptfach ist.

In der Kürze des folgenden Artikels kann die Riesenarbeit nicht einmal angedeutet werden, die notwendig war, um zu den dargelegten Schlussfolgerungen zu kommen. Zum Beispiel lesen Sie den simplen Satz «die Wellenformen wurden dann in Computersprache (digitalisiert) übersetzt und von einem Computer analysiert». Hinter diesen Worten steckt ein zentimeterdicker Stoss von ausgespickten Daten. Daniel D. Stancil hat uns Musikern den «Hintergrund» erspart und versucht, nur das «Bild» selbst zu zeigen. Vielleicht werden die technischen Daten seiner Forschungsarbeit in Zukunft in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht werden.

Möglicherweise erscheint dieser Forschungsbericht zu früh hinsichtlich der praktischen Anwendung, und es werden Jahre vergehen, bis der Wert der darin enthaltenen Erkenntnisse richtig beurteilt sein wird. Trotzdem wurde beschlossen, diesen Vorbericht zu veröffentlichen, um die Ergebnisse so rasch wie möglich bekannt zu machen.

Vom praktischen Standpunkt aus wird der Musiker fragen: «Wird es mir helfen, ein besserer Tubabläser zu werden?» Wenn diese Arbeit lediglich eine theoretische Übung ist mit wenig oder gar ohne Möglichkeit praktischer Anwendung — wie zahlreiche, ja leider die meisten Forschungs- oder Doktorarbeiten —, dann ist ihr Wert für den Musiker gleich null.

Als Lehrer begegnet man ständig Studenten, die keine wirkliche Vorstellung davon haben, wie eine Tuba eigentlich klingen sollte. Ich meine hiermit nicht Begriffe wie «dunkel» oder «brillant» (es sei denn, man verstünde unter «brillant» einen harmonisch «reichen» Klang mit einer Vielfalt an Obertönen und unter «dunkel» einen sehr reinen und einfachen Klang ohne jene Vielfalt an Obertönen) sondern solche, die subjektiv mit Vokabeln wie «dünn», «gekniffen», «luftig» umschrieben werden, womit auf eine grundlegende Veränderung der Klangfarbe hingewiesen wird, die von einer falschen Vorstellung des Tones, der dem Instrument entrissen werden soll, verursacht worden ist.

Einige Studenten haben schon fünf oder sechs Jahre «Tuba gespielt», wenn sie auf die Hochschule kommen. Keiner hat ihnen je gesagt, dass ihr Grundklang schrecklich ist: sie sassen wohl in den hintersten Reihen einer Blasmusik und hatten keine Gelegenheit, Solo zu spielen; oder der Dirigent hatte nicht genügend Kenntnis von der eigentlichen Klangfarbe einer Tuba, um seinen Schülern etwas Besseres beizubringen. Abgesehen von der Ursache kommen jedenfalls viele Schüler mit der falschen Annahme, sie erzeugten einen grossartigen Klang.

Weiterlesen

Erhalten Sie vollständigen Zugang zur digitalen Ausgabe.

Brass Bulletin 19, III / 1977 Seiten 33–43

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1977–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Brass Bulletin durchsuchen.