Brass Bulletin 13, I / 1976 (Seite 35–43) · 4 Min. Lesezeit
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Entwicklung der extrem tiefen Stimmlage auf der Posaune

Muss man für die Tiefe wirklich den Kiefer senken? James Fulkerson stellt dies infrage und zeigt einen stabileren Weg zur Erweiterung des Registers.

Zum Entwickeln der extrem tiefen Stimmlage wird gewöhnlich geraten, den Unterkiefer immer weiter zu öffnen, je tiefer man spielt. Diese Öffnung ist zwar notwendig, die meisten aber übertreiben sie. Manchmal sogar so sehr, dass die Lippen den Kontakt verlieren und nicht mehr vibrieren können. Hier liegt dann die untere Grenze ihres Tonumfangs. Schon vor diesem Punkt verliert der Ton an Körperlichkeit, scheint keinen Anhaltspunkt mehr zu haben, strahlt nicht mehr aus.

Viele Posaunisten, sogar angesehene Bassposaunisten, behaupten, man solle den Ansatz zur Oberlippe hin verschieben, um wirklich tiefe Pedaltöne (z. B. vom g oder ges ab) zu spielen. Das bedeutet eine Anpassung des Ansatzes, eine Technik des Doppelansatzes, welche bis zu einem bestimmten Punkt entwickelt werden kann. Ich glaube aber nicht, dass dies der beste Weg ist. Eher als den Unterkiefer zu öffnen, sollte man den Druck des Mundstückes auf Unterlippe und -kiefer verändern, je tiefer man spielen will; das erlaubt dem Posaunisten, die tiefen Töne zu spielen, anstatt dort unten «zusammenzubrechen». Mit nur einem Ansatz kann er bis zum Doppelpedal-B und tiefer spielen. Durch diese Technik wird der Unterkiefer soweit gekräftigt, dass er es bald verträgt, hohe und tiefe Stimmlagen zu spielen, soweit auch, dass eine grössere Ausdauer erlaubt wird.

Dem Musiker, der fürchtet, dass er keinen dunklen Ton mehr spielen wird, wenn er den Kiefer nicht öffnet, sei Folgendes gesagt: die Form des Mundraumes braucht dabei nicht verändert zu werden. Zur Bildung der gewünschten Färbung kann eine beliebige Silbe in jeder Stimmlage verwendet werden. Ausserdem hängt der Klang auch noch von der Geschwindigkeit des Luftstromes ab. Lewis Van Haney hat den Luftstrom folgendermassen beschrieben: kühl, trocken (schnell) — heiss, feucht (langsam); zwischen diesen Polen liegen sämtliche Möglichkeiten, einem Ton die gewünschte Färbung zu verleihen. Meiner Meinung nach ist dies ein ausgezeichnetes Bild. Einige Musiker stossen auf ein anderes, damit verbundenes Problem, wenn sie die tiefen Töne laut spielen. Sie brauchen einen zu schnellen Luftstrom (und eine zu geringe Luftmenge). Der Ton zerbricht oder fällt auseinander. Sie sollten an Van Haneys Vorschlag denken, einen langsameren Luftstrom zu erzeugen, und der Ton wird nicht auseinanderbrechen.

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