Brass Bulletin 13, I / 1976 (Seite 43–52) · 7 Min. Lesezeit
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Gruppenimprovisation im Instrumentalunterricht für beliebige Instrumente

Was, wenn Instrumentalunterricht mehr ist als Werke zu spielen? Roland Böckle setzt auf kollektive Improvisation, um Gehör, Urteil und Kreativität zu entwickeln.

Es ist eine weit verbreitete Meinung, das Ziel des Instrumentalunterrichts sei, möglichst gut auf dem gewählten Instrument spielen zu können. Die Vorstellung, was «gutes Spiel» sei, wird je nach Instrument verschieden geprägt. Bei den sogenannten klassischen Instrumenten, wie z.B. bei Trompete oder Klavier, wird die Vorstellung von gutem Spiel hauptsächlich geprägt vom Berufsmusiker und von der Literatur, die dieser spielt, in der Regel also von der klassischen Musik bis zum 19. Jahrhundert. Die Spieler von Blechblasinstrumenten orientieren sich aber auch an der Literatur, die in den Spielgruppen und Blasorchestern gespielt wird.

Reicht es nun aus, sich an diesen Vorbildern zu orientieren, oder gibt es noch ganz andere Ziele des Instrumentalunterrichts, die mit dem möglichst guten Spiel vorhandener Kompositionen — egal welchen Stils oder welcher Qualität — nicht erreicht werden?

Diese Frage lässt sich nicht beantworten, wenn man den Instrumentalunterricht isoliert betrachtet. Es ist angebracht, zunächst einmal darüber nachzudenken, welche Aufgabe der Musikunterricht heute überhaupt hat, und welche Rolle in diesem Gesamtkonzept das Spielen eines Instruments übernehmen kann.

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