Brass Bulletin 11, II / 1975 (Seite 83–94) · 5 Min. Lesezeit
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Die Posaunenzüge im Wandel der Zeit

Gab es schon immer sieben Zugpositionen? Heinrich Huber zeigt, wie Geschichte und Musiktheorie die Posaune geprägt haben.

Wie die Trompete schon vor vielen Jahren, beginnt jetzt auch die Posaune aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen. Sie bekommt immer mehr Möglichkeiten, solistisch und kammermusikalisch verwendet zu werden. Neben neueren Werken, die ab Luciano Berios Sequenza 1966 für Posaune komponiert wurden, kommen noch ältere Werke von Albrechtsberger, Michael Haydn, Schmelzer, Wagenseil und anderen hinzu, die wieder entdeckt wurden.

Man kann geschichtlich und musikalisch drei Behandlungsarten der Posaune unterscheiden. In der avantgardistischen Musik hat die Posaune bis zu dreizehn Züge, mittels derer Vierteltöne erzeugt werden. Gewöhnlich hat sie sieben Züge, die unseren Vorstellungen von Chromatik innerhalb des wohltemperierten Systems entsprechen. Während der Renaissance und des Barock aber ging man von bloss vier Zügen aus.

In diesem kurzen Artikel will ich auf die Quellen der Frühzeit der Posaune hinweisen. Es ist bekannt, dass sich die Posaune um ca. 1425 von der (Zug-)Trompete abzweigte und in der Folge ein beliebtes Instrument in der sogenannten «Alta»-Besetzung wurde. Dieses Ensemble, bestehend meistens aus Pommern und einer Posaune, dem aber auch Krummhörner angehören konnten, spielte höfische Tanz- und Unterhaltungsmusik. Es gibt fast keine erhaltenen Noten für die «Alta»-Kapelle, da die Musiker meist improvisierten.

Abbildung 1 zeigt den am Anfang des 16. Jahrhunderts berühmten Posaunisten und Instrumentenmacher Hans Neuschel (gest. 1533) beim Spiel in einer solchen «Alta»-Kapelle (mit zwei Krummhörnern und zwei Pommern), in einem der Holzschnitte Hans Burgkmaiers aus dem Triumph Maximilians I. (1518).

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