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Die Lippenschwingung beim Posaunisten während des Spielens
Von Leno Lloyd
Während der letzten Jahrzehnte studierten Pädagogen und Musiker ernsthaft das Instrumentalspiel der Blechbläser vom rein physischen Standpunkt her. Die Arbeiten von Fay Hanson (1968), Joseph Meidt (1967) und John Haynie (Tetzlaff, 1969) lieferten uns genaue fotografische Informationen über die Funktion der Wangen, der Zunge, des Halses und der Atmungsorgane während der Ausführung. Leider waren keine Dokumente dieser Art vorhanden für die Analyse der Lippenfunktion während der Erzeugung eines Tones. Einige Untersuchungen über die Lippenbewegung wurden unternommen, ohne jedoch auf wirklichen Bedingungen zu gründen. Sehr kurze Momentaufnahmen zeigten einen einzigen Ausführenden, der drei verschiedene Töne spielte auf einem Plastikmundstück in der Form eines rechtwinkligen Prismas (Universität Utrecht, Dr. P. H. Damste, 1966). Die bedeutendsten Forschungen wurden von Robert Weast (1963) gemacht, der quadratische Plastikmundstücke verwendete. Die Lippen wurden durch eine stroboskopische Scheibe beobachtet (aber nicht fotografiert), während der Instrumentalist mehrere Töne auf verschiedenen Blechinstrumenten blies. Die ausführliche Untersuchung Richtmeyers (USA) bei Lehrern für Blechblasinstrumente ergab, dass Zwischenfälle, die durch eine Anomalie der Gesichtsmaske oder des Mundes verursacht sind, bei Schülern sehr häufig vorkommen. Der Autor schliesst mit folgenden Worten: « Die (mangelhaften) Unterrichtsmethoden sind die Ursache der meisten falschen oder schlecht entwickelten Stellungen » (Richtmeyer, 1966, S. 157–158).
Die Tonbildungstechnik hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:
- Verhältnis zwischen Schwingungsfrequenz und Tonhöhe;
- Verhältnis zwischen Unter- und Oberlippe;
- Verhältnis zwischen Tonhöhe, Lautstärke und Lippenöffnung.
Das Ziel dieser Untersuchung war, die verschiedenen Grundverhältnisse der Lippenschwingungen beim Posaunisten zu studieren. Je zwei vortreffliche Amateur- und Berufsmusiker stellten sich für diesen Versuch zur Verfügung. Jeder Bläser hielt die normalen Ausführungsbedingungen aufs genaueste ein. Um das Filmen zu ermöglichen, wurden durchsichtige Mundstücke verwendet mit den üblichen Innenmassen. Durch die aussen überall gleich dicken Mundstücke wurde eine bestmögliche Sicht gewährleistet und Verzerrungen vermieden. Ein spezielles Produkt verhinderte das Anlaufen. Mit zwei Kinokameras für Analysezwecke wurden die Lippen mit einer hohen Geschwindigkeit gefilmt (600–900 Bilder pro Sekunde). Das Studienprogramm umfasste ausgehaltene, verschieden hohe und verschieden laute Töne.
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