Brass Bulletin 7, I / 1974 (Seite 5–6) · 1 Min. Lesezeit
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Ein Kind bleibt vor einem Musikhaus stehen. Ganz nahe schmiegt es sich ans Schaufenster und betrachtet die schweigsamen Instrumente, die da schlafen. Sein Blick heftet sich immer mehr an dieses goldene Ding, dessen Namen es nicht einmal sicher weiss: Posaune? Trompete? Horn?

Unbeweglich bleibt es stehen und fängt zu träumen an. Es sieht sich schon mit diesem Instrument spielen und hört einen Prachtston, den schönsten, den es gibt, der sich in die Ferne verliert. Ein Gefühl der Wonne erwacht in seinem Innern.

Erwachsene Leute gehen an ihm vorbei, teilnahmslos. Das Kind wirft ihnen einen Blick zu: Wenn ich spielte, würdet ihr alle stehenbleiben. Das Kind strahlt dabei vor Freude. Tuh! tu-tu-tuh! Ja, wenn ich dieses Instrument hätte, würden alle stehen bleiben, um mir zuzuhören.

Hüpfend geht es wiederum die Strasse hinauf. Der Entschluss ist gefasst.

Heute abend wird es zu Hause sagen:

« Mutti, ich möchte Posaune spielen! »

Warst du das oder war's ich?

Für uns alle gibt es eine kleine Geschichte, die für die Wahl unseres Instrumentes entscheidend war. Dieser erste Kontakt ist immer bedeutend und zugleich rührend; damals, in jenem Augenblick nämlich, liessen wir uns durch die Magie der Musik bezaubern, obzwar wir doch eigentlich nicht viel davon wussten.

Erinnern wir uns an diese bedeutenden Momente! Versuchen wir doch, unser Instrument (das wir gar oft betätigen, ohne es wirklich zu sehen) wiederum mit jenem früheren Blick der Hoffnung, der Freude und der spontanen Erfindungskraft zu betrachten.

Den Zauber der Musik verliert man nämlich mit dem wachsenden Gefühl, ausgelernt zu haben ...

Jean-Pierre Mathez.

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