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Aubertin

Louis Aubertin erinnert sich an die Familienwerkstatt in Aubervilliers, die vom Ventilbau zu Trompeten für grosse Orchester überging und später verstummte.
Aubertin

Die wundervollen Miniaturen.

Der Name Aubertin klingt noch gut im Gedächtnis zahlreicher Trompeter. Der 82-jährige Louis Aubertin lebt als letzter Vertreter dieser Instrumentenbauerfamilie allein an der rue Bordier 10 in Aubervilliers. An der Schwelle der Vergessenheit widmet ihm BRASS BULLETIN diese Ehrung!

Geschichtliches

Louis weiss nur wenig über seinen Grossvater, ausser dass dieser den Beruf des Ventilmachers bei Courtois um 1850 erlernte und kein besonders glücklicher Geschäftsmann war...

Sein Vater Alfred, 1874 geboren, war der Motor des Unternehmens, der den Ruf begründete. Er war ein kompromissloser Handwerker.

Ich habe ihm oft geraten, das Unternehmen zu erweitern, erzählt Louis, aber er wollte keine Angestellten. Er war kein Geschäftsmann!

Alfred war ängstlich und sorgte sich um regelmässige Arbeit. Der 1905 geborene einzige Sohn Louis machte bei seinem Vater eine harte und strenge Lehre durch, gleich nach dem Ersten Weltkrieg. Er spielte etwas Kornett. Er verschrieb sich ganz dem väterlichen Unternehmen und «vergass» sogar zu heiraten. 1927, nach seiner Rückkehr vom Militärdienst begann Louis sein Gesellenstück, wie zur Zeit der Zünfte. In mehr als 1200 Arbeitsstunden baute er (dies war vor dem Produktionsbeginn der Aubertin-Trompeten) 5 wundervolle Miniaturinstrumente (1 Trompete in C, H, B, A, 1 Kornett in B, 1 Flügelhorn in B, 1 Althorn in Es und 1 Ventilposaune). Eine seltene handwerkliche Perfektion. Alfred fand so in seinem Sohn einen Mitarbeiter von seltener Fingerfertigkeit. Die Ventilhersteller Aubertin wurden die berühmten Trompetenbauer Aubertin. Zwischen 1935 und 1968 erlebte Aubertin seine grosse Zeit. Die meisten Trompeter der Pariser Oper und der grossen französischen Orchester (Bernard Jeannoutot, Roger Delmotte, Maurice André und andere bekannte Solisten, die Belgier, die Schweizer) spielten diese feinen und sorgfältig gebauten Trompeten.

Wir bauten ausschliesslich Trompeten, manchmal einige Kornette und einige Flügelhörner. Unsere Mundstücke waren ebenfalls sehr geschätzt. Louis lächelt fein: Bedenken Sie, dass wir nie die geringste Werbung gemacht haben, nie irgendeinen Prospekt oder Katalog gedruckt haben... mit meinem Vater zusammen bauten wir 12-15 Trompeten im Monat.

Das Angebot von Vincent Bach

Am 8. Juli 1946 erhielt Alfred Aubertin einen Brief seines illustren amerikanischen Kollegen Vincent Bach. Dieser bestellte bei ihm «eine dieser schön gebauten B-Trompeten, wenn möglich auf 880 Hz gestimmt mit einem Ventildurchmesser von 8,5 mm und einer Bohrung von 11,66 mm. Vincent Bach versuchte bis 1954 die Aubertins zur Zusammenarbeit zu bewegen. Ohne Erfolg. Alfred antwortete ihm:

In Anbetracht der grösse Ihrer Firma, glaube ich nicht, dass wir zusammenarbeiten könnten

(21. Jan. 1955).

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Brass Bulletin 59, III / 1987 Seiten 56–62

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