Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

3 Min. Lesezeit

Valsalva-Technik - wozu?

Eine vertraute Atemtechnik wird zur Quelle von Widerstand und Spannung, während William F. Cramer für offenen Hals und freieren Luftstrom plädiert.
Valsalva-Technik - wozu?

Gelegentliche Hinweise in der Bläserliteratur auf die Valsalva-Technik als Mittel zur Atemkontrolle bei Blasinstrumenten können Anlass zu Missverständnis, Unklarheit oder Irrtum sein. Die folgenden Bemerkungen zielen darauf hin, das Problem zu erhellen und die Diskussion anzuregen oder gar zu provozieren.

Valsalva ist nicht der Name irgend eines Körperteils, sondern der eines Mannes. Antonio Valsalva war ein italienischer Anatom, der von 1666 bis 1723 lebte. Seine Versuche schlossen ein Experiment ein, bei dem «Luft durch die eustachischen Röhren ins Mittelohr gepresst wird, während Nase und Mund geschlossen sind, um partielle Taubheit zu beheben» (Websters Dictionary, 2. Ausgabe 1983).

Die Technik wird als den Tieftauchern und Fliegern wohlbekannt beschrieben, welche beide mit dem Problem des Druckausgleichs kämpfen müssen, da ungleicher Druck auf beiden Seiten des Trommelfells schmerzhaft ist. Es ist schwierig, sich eine Anwendung dieser Technik für den heutigen Bläser vorzustellen, daher scheint die Valsalva-Technik eine Sackgasse zu sein für Musiker.

In der medizinischen Praxis dagegen gibt es eine zeitgenössische Anwendung der Technik bei der Diagnose gewisser kardiovaskulärer Störungen oder bei Herzflimmern. In dieser Anwendung besteht die Valsalva-Technik vor allem aus einer forcierten Ausatmung gegen die geschlossene Kehle. Damit wird ein hoher Druck in der Bauchhöhle aufgebaut. Dies ist ein analoger Vorgang zu einem schwierigen Stuhlgang. Die physiologische Folge eines fortgesetzten Vorgangs ist jedenfalls die Erhöhung des arteriellen Blutdrucks, was zu Kopfschmerzen führen kann. Zugleich wird der Rückfluss venösen Blutes zum Herz verringert, speziell von den Beinen, was dem Herz weniger Blut zu pumpen gibt und so zur Ohnmacht führt.

Beim Blasinstrumentenspiel vertreten die Verfechter der Valsalva-Technik den kontrollierten und vorsichtigen Einsatz der Epiglottis (Halszäpfchen), um Luftdruck und -Menge der musikalischen Phrase anzupassen. Der Vorgang erinnert an ein variables Venturi-Ventil mit anpassbarem Widerstand. Dem zufälligen Betrachter erscheint dies als selbst herbeigeführter Würgegriff oder Strangulation, und für den Ausführenden besteht die ständige Gefahr von Schmerz und Ohnmacht.

Weiterlesen

Erhalten Sie vollständigen Zugang zur digitalen Ausgabe.

Brass Bulletin 52, IV / 1985 Seiten 36–38

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1985–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Wie kommt die Digitalisierung voran?

Wir machen Brass Bulletin nach und nach online zugänglich, Artikel für Artikel. Neu digitalisierte Artikel können Sie lesen, sobald sie verfügbar sind – auch wenn die gesamte Ausgabe noch nicht fertig ist.

Unser Digitalisierungsplan zeigt die neuesten Ergänzungen und die voraussichtlichen Verfügbarkeitstermine der kommenden Ausgaben. Diese Schätzungen basieren auf unserem jüngsten Arbeitstempo und können sich ändern.

Brass Bulletin durchsuchen.