Jean-Baptiste Prin (1669-1742)
Ein Virtuose der Trompette marine
Von Albert Hiller
Die "Trompette marine"
Den Anlaß, mich der Person J. B. Prins zu befassen gab die Plattenaufnahme einer Suite L’Echo de Psyché nach Stücken von J. B. Prin, die der Trompeter Guy Touvron zusammen mit dem Organisten Wolfgang Karius und dem Pauker Nicholas Bardach einspielte (Schwann VMS 2070 LC).
Wenig wissen wir über die Person des Komponisten; Prin ist etwa um 1669 in England geboren und nach 1742 in Strasbourg gestorben. Nach 1698 trat er als Tänzer in Paris und Lyon auf. Bekannt war er vor allem als Virtuose auf der Trompette marine. Seine Notensammlung nebst seinem Instrument vermachte er der Stadt Lyon.
Eigentlich wäre ein Aufsatz, der sich mit dem Thema Trompette marine befaßt, in einer Zeitschrift für Blechbläser fehl am Platz. Eine genauere Untersuchung aber zeigt — was für uns Trompeter besonders interessant ist — daß der musikalische Nachlaß Prins zum überwiegenden Teil eine Sammlung von originalen Trompetenwerken der damaligen Zeit ist.
Doch um zu verstehen, warum Prin originale Trompetenwerke verschiedener Herkunft sammelte und bearbeitete, sollten wir erst einmal kurz das Instrument «Trompette marine» (in Deutschland auch Trumscheid genannt) betrachten.
Prins deutscher Zeitgenosse Johann Gottfried Walter beschreibt sie so:
«Ein aus drey Bretern bestehendes, und, wie ein Triangul, unten etwas weit und offen, oben aber schmal zulauffendes Musikalisches Instrument, mit einem langen Halse... Hat nur eine starke Darm-Saite, welche oben mit dem Fiedelbogen gestrichen, und mit dem lincken Daumen des Spielers an gewissen Orten angedruckt wird, da es denn, wie eine Trompete, aber sanfter und angenehmer klingt» (Johann Gottfried Walter, Musicalisches Lexicon..., Leipzig 1732, Faksimile hrsg. v. R. Schaal, Kassel u. Basel 1953, in Documenta musicologica, Reihe I, Bd. 3, Seite 619).
Bei Abb. 2 sehen wir, daß der Steg schuhförmig aussah. Er lag nur auf einer Seite (a) fest, während das frei schwebende Ende (b) bei schwingender Saite in rascher Folge gegen die Decke des Instruments trommelte und so den schmetternden Ton erzeugte. Die eine Spielsaite war in C oder D gestimmt und mußte in Flageolettmanier gegriffen werden. Auf diese Weise waren nur die Töne der Obertonreihe im Umfang und Tonvorrat der damals gebräuchlichen Naturtrompeten zu erzeugen. Diese Informationen mögen uns genügen.
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