Brass Bulletin 33, I / 1981 (Seite 69–) · 1 Min. Lesezeit
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Obertöne oder Teiltöne?

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Obertöne oder Teiltöne?

Wie uns die Theorie lehrt, folgen die verschiedenen Töne, die entstehen, wenn die in einem klingenden Rohr enthaltene Luftsäule in Schwingung versetzt wird, der Reihe der «natürlichen» Obertöne.

Diese Abfolge gehorcht dem folgenden Gesetz von Fourier:

«Die Obertöne eines Tones umfassen nur ganzzahlige Vielfache der Frequenz des Grundtons, entweder deren alle oder nur bestimmte davon.»

Das sind die Elektroakustikern wohlbekannten «Fourier-Reihen».

Als ganzzahlige Vielfache der Grundtonfrequenz müssen diese Obertöne per definitionem stimmen. Man kann also nicht von «verstimmten Obertönen» sprechen.

Jede Frequenz, die nicht dieser mathematischen Reihe entspricht, kann kein Oberton, sondern nur ein Partialton (Teilton) sein.

In der Tat folgen die verschiedenen in einem Rohr erzeugten Töne nur dann ungefähr der Obertonreihe, wenn der Handwerker dem Rohr eine geeignete Form gibt und die Hersteller zeitlebens nach diesem Ideal streben.

Ist die Form des Rohres beliebig, dann wird es auch die Reihe der erzeugbaren Töne.

So kann man bei Rohren gleicher Länge, indem man z. B. ihre Form verändert, den Grundton nach und nach um eine volle Oktave erhöhen, ohne dass sich die andern Töne in gleichem Masse verschieben würden.

Doch wo bleiben denn nun die «natürlichen» Obertöne?

Die durch ein klingendes Rohr erzeugten Töne sind keine Obertöne, sondern Partialtöne.

Jeder von ihnen kann separat eingestimmt werden und verhält sich wie ein neuer Grundton mit seiner charakteristischen Klangfarbe, die nun ihrerseits aus Obertönen besteht.

Diese Betrachtungen sollen dem Instrumentalisten helfen, die Stimmungsmängel seines Instrumentes besser verstehen zu lernen und auf diesem für die meisten Musiker etwas konfusen Gebiet Klarheit zu schaffen.

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