Diese dunklere, schwerere Klangauffassung (Prokofieff sprach von der Tuba als von einem dicken Käfer, den ich in die Hand nehmen und von einer Note «zur anderen bewegen kann»), ein Klang, der einen gesamten Orchesterakkord unterstützen kann, ohne ihn jedoch zu übertönen, und der sich in der klanglichen Masse der tiefen Bläser und Streicher einschmelzen kann, diese Klangauffassung ist auf Orchesterebene viel nützlicher als der Solistenklang. Es sei daran erinnert, dass die meisten Orchesterpassagen (am klarsten wohl in der Ouvertüre der Meistersinger) in Wirklichkeit tutti tiefer Töne sind, mit Bläsern und Streichern. Solche Passagen müssen so gespielt werden, dass diese Klangfarbe erhalten bleibt; man muss also auf der Hut sein, dass daraus keine Tubasoli werden.
Ähnliche Beispiele können fast überall in der Literatur aufgefunden werden. Hervorragende Komponisten wie Wagner, Strauss, Ravel und Prokofieff hätten ja Fagott und Kontrabass ausfallen lassen können, hätten sie es nur gewollt. Sie taten es aber nicht. Im Gegenteil, sie haben absichtlich tiefe tutti-Passagen geschrieben, womit klar darauf hingewiesen wird, dass eine besondere Klangfarbe erwünscht wird.
Es ist an der Zeit, dass Musiker und Professoren die sinfonische Literatur überprüfen — insbesondere jene Passagen, die vielleicht irrtümlich als soli bezeichnet sind — und zwar in der erklärten Absicht, die Tuba auf den ihr zukommenden Platz im Rahmen des Sinfonieorchesters zu weisen.
Lewis Waldeck verbrachte sein ganzes Leben in der New Yorker Gegend und spielt nunmehr schon 20 Jahren im New York City Opera Orchester. Dieser Artikel ist aus dem Grund besonders interessant, weil L. Waldeck in langjähriger Tubaerfahrung die Entwicklung des Tubablasens beobachten konnte, und zwar von der privilegierten Warte einer der rührigsten Musikinstitutionen dieser Welt.