Brass Bulletin 34, II / 1981 (Seite 3–) · 1 Min. Lesezeit
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Freundschaft ist eines der wichtigsten Elemente musikalischer Kommunikation. Von der Tiefe der Beziehung, die sich zwischen Lehrer und Schüler einstellt, hängt ab, ob die vermittelten Kenntnisse Früchte tragen werden.

Freundschaft bedeutet gemeinschaftliche Erfahrung auf der Suche nach einer Wahrheit, die wir einmal bestätigt finden, ein andermal verwerfen müssen. Freundschaft beinhaltet auch den stillen Pakt, nicht oder noch nicht bewältigte intime Schwächen des andern zu akzeptieren.

Hat ein Musiker einmal all die Einflüsse verarbeitet, denen er sich bewußt und begeistert unterzogen hat, und ist ihm die Entfaltung eines persönlichen Stils geglückt, dann sind es seine Freunde, mit deren Hilfe er seine weitere Entwicklung überwachen kann.

In seinem einsamen Kampf um die Befreiung seiner eigenen Vorstellungen aus den Fesseln seiner Herkunft, seiner Erziehung und seiner kulturellen Umwelt ist der Musiker auf Gewährsleute angewiesen, die er achten und denen er vertrauen kann — Freunde eben, deren Aussage ihm den Verlauf seines Fortkommens widerspiegelt und ihn zumindest davor bewahrt, sich in den Irrwegen falscher Selbsteinschätzung zu verlaufen.

In diesem Sinne versteht sich Brass Bulletin als freundschaftliches Band. Denn ist Freundschaft nicht der subtilste Kanal, durch den die Ansichten anderer unseren ganz persönlichen «langen Marsch» beeinflussen können?

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