Brass Bulletin 23, III / 1978 (Seite 65–68) · 2 Min. Lesezeit
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Die Phonetik in der Artikulation und im Ausdruck der Musiksprache

Artikulation neu gedacht: Francis Orval zeigt, wie Phonetik, Sprache und Psychologie Klang, Phrasierung und musikalischen Ausdruck prägen.

Einleitung

Den meisten von uns fällt irgendwann eine pädagogische Aufgabe zu, die schwerwiegende Verantwortung in sich birgt. Da ist es sehr wichtig, den Ausgangspunkt der Musiksprache: die Aussprache nicht zu vernachlässigen. Ein Irrtum auf dieser Ebene kann schlimme Folgen für die Technik und die Phrasierung haben.

Schon das Wort «anstossen», mit dem wir vom Schüler die Erzeugung eines Tones verlangen, scheint mir vom Psychologischen her gefährlich. Ebenso denke ich vom sagenhaften «Tü», das zum Glück im Absterben begriffen ist. Aggressivität und Furcht können vermieden werden, wenn die Wörter «Anstoss» und «Tü» aus unserer Pädagogensprache verbannt werden.

Wie hauptsächlich bei Anfängern oft beachtet wird, erzeugt der physische Kontakt mit dem Mundstück eine gewisse Furcht — eine rein psychologische Furcht. Es handelt sich hier um einen ausgeglichenen Luftdruck, der durch perfektes Aus- und Einatmen vom Zwerchfell aus erzeugt wird und in direkter Verbindung mit der korrekten Lage des Mundstücks auf den Lippen steht.

Wir erzeugen Töne wie wir sie aussprechen und zwar auf verschiedene Weise je nach Muttersprache, Gewohnheiten, Erziehung und Charakter. Die Logopädie hat die Aufgabe, Fehler zu korrigieren, man sollte sich bei Problemfällen daran erinnern.

In jedem Fall ist eine Annäherung an die Gesangstechnik unbedingt notwendig. Ich erinnere mich an einen Artikel von E. Saxton: das Hornsingen (BRASS BULLETIN Nr. 10), der des Nachdenkens wert ist.

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