Brass Bulletin 21, I / 1978 (Seite 59–60) · 1 Min. Lesezeit
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Die finnischeTradition des Blechbläserseptetts

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Die finnischeTradition des Blechbläserseptetts

Sieben ernste Herren mit ihren Hörnern.

Diese Aufnahme wurde 1905 gemacht. Das Ensemble besteht aus vier Zimmerleuten und zwei Landwirten. Der Schnurrbärtige mit dem Kornett à pistons in der Mitte der Gruppe ist ein Militärmusiker. Der Junge, der vor dem Septett sitzt, widmete sich sicherlich auch dem Spielen eines Blechblasinstrumentes!

Im Herbst 1975 wurde in Finnland ein Forschungsprojekt über die Tradition des Septetts eingeleitet. Folgende Musiker nahmen an den Arbeiten teil: Arvo Kuikka, Vorsitzender der finnischen Militärkapellen; Holger Fransman, Waldhornprofessor an der Sibelius-Akademie; Olavi Lampinen, Posaunist und Musikdirektor; und Kauko Karjalainen, M.A., amtierender Sekretär des finnischen Musikinformationszentrums.

Im folgenden Artikel berichtet Kauko Karjalainen von einigen Ergebnissen ihrer Nachforschungen und von den ersten Stadien des Septettblasens, das gegenwärtig in Finnland weiter gepflegt wird.

Die finnische Tradition des Septetts hat ihren hundertsten Geburtstag schon hinter sich: das älteste Septett, das das Forscherteam aufspüren konnte, ist im Jahre 1872 in Tervakoski gegründet worden und existiert heute noch.

Es gelang, etwa 200 Blechbläserseptette ausfindig zu machen; die meisten von ihnen sind Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet worden. Zweifellos gaben die finnischen Sing- und Musikfestspiele Anlass zur Begeisterung für derartige Amateurensembles.

An den ersten Festspielen in Jyväskylä im Jahre 1884 nahmen sechs Ensembles teil — obwohl man Einladungen an vierzig gesandt hatte. Der Gedanke, Festspiele zu veranstalten, kam aus Estland, die musikalische Grundidee entstammte aber den Militärkapellen und den deutschen Blechbläsergruppen, die damals in Finnland spielten.

Das herkömmliche finnische Blechbläserseptett setzt sich aus folgenden Instrumenten zusammen: einem Es-Kornett à pistons, zwei B-Kornetts à pistons, einem Es-Althorn, einem B-Tenorhorn, einem B-Baritonhorn und einer Es- oder einer B-Tuba. Dazu kann sich ein Schlagzeuger gesellen.

Den Blechbläserseptetten fiel im finnischen Musikleben des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle zu, weil es damals ausser in Helsinki keine gewöhnlichen Orchester gab. Deshalb wurden diese Septette als Regionalorchester betrachtet: sie spielten auf Festspielen, bei Hochzeiten und Begräbnissen, auch bei Sportveranstaltungen.

Freilich erreichten nicht alle Ensembles ein hohes Niveau, denn nur selten setzten sie sich aus Berufsmusikern zusammen oder hatten einen Musikdirektor. Trotzdem haben berühmte finnische Komponisten wie Sibelius, Madetoja, Kuula, Melartin und andere Musik für Blechbläserseptette geschrieben.

Heutzutage ist die Tradition des Septetts noch lebendig: zahlreiche Blasorchester pflegen sie und setzen Werke für Septett auf das Programm ihrer Konzerte.

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