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Überlegungen zum Euphonium und zu seiner Spieltechnik

Das Euphonium im Fokus: Barrie Perrins zeigt Geschichte, Technik und Ausdruckskraft – und plädiert für seinen Platz als vielseitiges Soloinstrument.
Überlegungen zum Euphonium und zu seiner Spieltechnik

Barrie Perrins

Barrie Perrins ist seit 1960 Soloeuphonium in der Hendon Band. Er erhielt viermal den Titel des «British National Champion Euphonium Soloist» (1964, 1969, 1970 und 1971) und stellte sich zweimal für den Titel des «British Champion Soloist» auf. In etwa 150 Solistenwettbewerben (Concerto und Sonate) wurde er preisgekrönt. 1962 war er in den Staaten auf Konzerttournee und wurde des öfteren nach Belgien, in die Niederlande und in die Schweiz eingeladen, um als Solist in Konzertsälen oder am Rundfunk zu spielen. Er hält Vorträge über die Blechbläser in Schulen und Clubs und schreibt regelmässig Beiträge für mehrere britische und ausländische Musikzeitschriften. 1976 gehörte er der Jury des Eidgenössischen Solistenwettbewerbs (Schweiz) an und erhielt im gleichen Jahr das «Insignia of Honour» für seine Dienste in der Brass Band-Bewegung. Neben seiner reichen Erfahrung auf dem Chor- und Orchestergebiet widmet er sich vorzugsweise der Brass Band. Er beschäftigt sich auch mit Musikologie und Musiktherapie. Von Beruf ist Barrie Perrins Rechtsberater.

Von allen Blechblasinstrumenten ist wohl das Euphonium das vielseitigste. Seine Geschichte reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts und verbindet es mit der Ophikleïde und mit den Familien der Signal- und Saxhörner und der Tuben. Ins Orchester findet es Eintritt als Tenortuba oder auch — allerdings seltener — als Basssaxhorn. Etymologisch bedeutet das Wort Euphonium Wohlklang und kommt aus dem Griechischen. Man hat längere Zeit die englischen Namen «euphonium» und «baritone» verwechselt. Z. B. wird in gewissen amerikanischen Büchern und Artikeln das Euphonium beschrieben als ein Blechblasinstrument, das immer mit vier Ventilen ausgestattet ist, während das Modell mit drei Ventilen zu den «baritone» gerechnet wird. Eine ähnliche Verwechslung besteht zwischen den in England «tenor horn» und anderswo «alto horn» genannten Instrumenten. Um Zweifel zu vermeiden, hat der verstorbene Dr. Denis Wright dieses Instrument das «Eb saxhorn» genannt, wodurch Klarheit entstehen konnte. Wenn wir diesen Kunstgriff auf den ersten Fall übertragen, dann könnten wir den «baritone» britischen Stils (der eine schmalere Bohrung hat als das Euphonium) mit dem Namen «Bb saxhorn» bezeichnen, und der Name «Euphonium» bliebe dann unmissverständlich. Gleichzeitig könnten alle grösseren Blechblasinstrumente «Bass-Tuben» genannt werden, zwar mit der jeweiligen Tonhöhenangabe.

Die ältesten Hinweise aufs Euphonium findet man in Musical Wind Instruments von Dr. Adam Carse (Da Capo Press, New York, 1965), der Instrumente aufführt, die von Wilhelm Wieprecht, dem Hauptbandmeister von Berlin, entworfen, in Deutschland hergestellt und etwa auf das Jahr 1830 datiert worden sind. Unter anderen Instrumentenentwerfern und -machern, die in Verbindung mit den Anfängen des Euphoniums genannt werden, finden wir den Weimarer Sommer, den Berliner Johann Moritz, den Franzosen Antoine Courtois und die Belgier Mahillon und Adolphe Sax. Beiläufig sei erwähnt, dass Sax der einzige Blasinstrumentenmacher ist, zu dessen Ehre eine Briefmarke erschienen ist. 1851 wurde das Euphonium in die «Band of HM Grenadier Guards» eingeführt.

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Brass Bulletin 22, II / 1978 Seiten 9–18

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