Brass Bulletin 13, I / 1976 (Seite 15–26) · 5 Min. Lesezeit
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Wissenschaftliche Studie der Lungenfunktion

Atmen Trompeter anders? William W. Bing zeigt: kaum — außer einer erhöhten Lungenkapazität durch Ausdauer, ohne schädliche Auswirkungen.

Arbeitsmethode, Forschung

Diese Studie habe ich in der Absicht unternommen, die verschiedenen Aspekte des Atmens und dessen Mechanismen bei den Bläsern, insbesondere bei den Trompetern zu zeigen, in der Hoffnung festzustellen, ob Trompeter anders atmen als Nichttrompeter.

Durch meine Forschungen bin ich zum Ergebnis gekommen, dass das Spielen eines Blasinstrumentes drei wichtige Vorgänge verlangt:

  1. Einatmen
  2. Ausatmen
  3. Viel Übung

Obwohl diese Schlussfolgerungen selbstverständlich zu sein scheinen, werden sie in dieser Arbeit erst nach etlichen wissenschaftlichen Nachforschungen formuliert. Zahlreiche der besten Musiker der verschiedenen Orchester von Los Angeles, u.a.m., haben sich für Tests zur Verfügung gestellt.*

Die Musiker wurden gebeten, ein zweiseitiges Formblatt mit Angaben über ihr Spiel und ihren Gesundheitszustand auszufüllen. Dann wurden sie über den folgenden Test unterrichtet und bekamen Hinweise über das Atmen im « Respirometer ». Das Collins-Respirometer ist das einfachste System zum Messen und Aufzeichnen des Atemvorganges, des Lungeninhalts und des Sauerstoffverbrauchs. Diese Apparatur besteht aus einem umgedrehten, mit einem Gegengewicht versehenen, wasserdichten Behälter, dessen Bewegungen registriert werden, in den das Subjekt bläst.

Die Musiker wurden gebeten, so tief wie möglich ein- und so schnell und vollständig wie möglich auszuatmen. Jeder wiederholte den Test mindestens einmal. Das beste Ergebnis wurde verwendet.

Bei jedem Test wurden vier Messwerte auf dem Diagramm aufgezeichnet. Diese vier Werte waren:

  1. Forced vital capacity (FVC) — Maximale Luftmenge, die nach einem tiefen Atemzug mit besonderer Anstrengung ausgeatmet werden kann.
  2. Forced expiratory volume (FEV) — Luftmenge, die in der ersten Sekunde ausgeatmet wird.
  3. Timed vital capacity (TVC) — Prozentuale, in der ersten Sekunde ausgeatmete FVC, verglichen mit der gesamten ausgeatmeten Luftmenge.
  4. Maximum midexpiratory flow rate (MMEFR) — In Liter pro Sekunde ausgedrückter Luftstrom, gemessen an der Luftmenge, die während der mittleren 50 Prozent der Ausatmungszeit verdrängt wird.

Sämtliche Messwerte wurden mit Rücksichtnahme auf Lufttemperatur, Luftdruck und « bell-factor » errechnet. Zu bemerken ist, dass das fürs Respirometer gebrauchte Mundstück das gleiche war wie dasjenige, das Lungenspezialisten in Krankenhäusern benutzen; es hat einen grösseren Durchmesser als das Mundstück einer Trompete und setzt einen viel geringeren Widerstand entgegen. Um diesem Test seine wissenschaftliche Bedeutung zu erhalten, benutzte ich das Mundstück des Respirometers.

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