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Yuriy Andreyevich Bol'shiyanov

Russischer Trompeter

Yuriy Andreyevich Bol'shiyanov

Yuriy Andreyevich Bol’shianov, Professor an der Leningrader Musikhochschule mit seinen Schülern (aus der Sowjetunion und aus Norwegen). Zweite von rechts, die permanente Begleiterin der Klasse.

Yuriy Bol’shiyanov ist einer der grössten sowjetischen Trompeter. Seine Karriere umfasst den Solotrompeterposten bei der Leningrader Philharmonie, den er vor 40 Jahren antrat und das Rektorat des Leningrader Konservatoriums. In beiden Posten ist er immer noch aktiv.

Er wurde 1922 in einer Moskauer Familie ohne musikalische Aktivität geboren. Früh interessierte er sich für die Trompete, und als seine Familie 1934 nach Leningrad übersiedelte, wurde er Schüler des damaligen Solotrompeters der Leningrader Philharmonie, Alexander Nikolajevitch Schmidt, dem er später in seiner Funktion folgte. Seine musikalische Ausbildung wurde durch den 2. Weltkrieg unterbrochen, während welchem er in einer Militärkapelle spielte und der kommunistischen Partei beitrat. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst trat er in die Leningrader Philharmonie ein (während ihrer 25. Saison) und setzte seine Studien am Leningrader Konservatorium bei Schmidt fort.

Seine Diplomarbeit, «Das sowjetische Trompetenkonzert», wurde 1956 in Leningrad veröffentlicht. Darin untersucht er die für ihn charakteristischsten sowjetischen Werke: Goedicke, b-moll, Sholokov No. 2 in Es, und Arutunyan für Trompete und Orchester und Peskin c-moll für Trompete und Klavier. Er vertritt die Ansicht, dass das Aufkommen des sowjetischen Trompetenkonzertes als Form nicht nur der Begabung der Komponisten und Interpreten, sondern auch ideologischen Faktoren in der Sowjetunion jener Jahre zu verdanken war.

Die Jahre im Orchester waren geprägt durch verschiedene Auslandtourneen, Begegnungen mit berühmten Dirigenten, seinen ersten Preis beim Bukarester Wettbewerb 1953 und die Gründung seines Quintetts. Seine kammermusikalische Arbeit enthält unter anderem eine Aufführung des Stravinsky-Oktettes unter Leitung des Komponisten. 1968 verliess er aus Gesundheitsgründen den Orchesterdienst, macht aber als Ehrenkünstler der RSFSR noch gewisse Konzerte und Auslandtourneen mit. Auch das Quintett tritt noch auf. Es besteht aus den Herren Chirskov (Trp), Bujanovsky (Hn), Venglovsky (Trb) und Galuzin (Tuba). Im Unterrichtswesen machte er rasch Karriere. Von der Mittelschule, die dem Konservatorium angegliedert ist, wurde er schnell Vorsteher für Trompete und Kammermusik, dann der Orchesterabteilung und schliesslich aller Blasinstrumente. 1976 wurde er Vizedirektor und 1978 Rektor, als erster Bläser auf diesem Posten, bis er 1980 wiederum aus Gesundheitsgründen zu weniger anstrengender Unterrichtstätigkeit im Konservatorium in Leningrad und Petrozavodsk zurückkehrte.

Der Ausweis seiner Arbeit ist zweifach: einmal sind die meisten Trompeter der beiden Orchester der Leningrader Philharmonie und des Kirov-Theaters seine Schüler. Zum anderen wird eine Sammlung von Unterrichtsmaterial aus seiner Amtszeit bald veröffentlicht werden und für Schüler und Lehrer von grossem Interesse sein.

Brass Bulletin 56, I / 1986 Seiten 51–53

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