Ungleichheit
Als unsere amerikanischen Freunde uns mit ihrem Besuch in Montreux beehrten, verfügten sie am Ort über eine amerikanische Organisation, sie hatten günstige Charterflüge organisieren können. Die offizielle Sprache — sogar in Montreux — war amerikanisch.
Die Gilden sind nützlich
Trotz gewisser Schwierigkeiten bei der Gestaltung einer wirklichen Internationalität sind wir dieser Art von Organisationen freundlich gesinnt. Es scheint klar, dass solche Organisationen ihren Beitrag zum Gedankenaustausch und zur Erweiterung der Kenntnisse leisten können. (Man sollte trotzdem bedenken, dass solche instrumentale Freundeskreise der gesunden Konfrontation aus dem Wege gehen — alle Leute sind lieb und nett.)
Auch soll man sehen, dass den amerikanischen Gilden nicht gelungen ist, alle Blechbläser in die Hand zu bekommen wie sie geplant hatten. Der «internationale» Durchbruch ist immer sehr bescheiden geblieben und ist trotz aller Bemühungen wenig repräsentativ. Das ist eine sehr klare Botschaft, die unsere transatlantischen Freunde verstehen sollten.
Ablehnung einer Vorherrschaft
Die Welt ist vielfältig und verschieden, und sie soll es auch bleiben. Dass auf weltweiter Ebene Einflüsse bemerkbar werden, ist positiv, doch müssen wir uns gegen jeden Hegemonieanspruch verwahren.
Glückliche Initiativen
In den letzten Jahren sind in vielen Ländern nationale Vereinigungen gegründet worden. Diese Organisationen tragen klare und legitime Titel (Französische Hornistenvereinigung, französische Posaunengilde, japanische Trompetergilde). Diese Tendenz beobachtet BRASS BULLETIN mit Sympathie und unterstützt sie. Es ist gut, wenn jedes Land, ja jede Region ihre Identität sucht und pflegt und sie auch seinen Künstlern weitergibt. Von dort ausgehend hindert nichts den internationalen Austausch — im Gegenteil.
Trotzdem: die Organisatoren des IBC 2 haben einen fabelhaften Marathon von Ereignissen auf die Beine gestellt, der die Bitterkeit über die Unmöglichkeit der eigenen Teilnahme noch vertieft. (Siehe unten.)