Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

1 Min. Lesezeit

Japanisches Aquarell aus dem 18. Jahrhundert

Japanisches Aquarell aus dem 18. Jahrhundert

Okinawa war ein kleines Königreich, gegen das 12. Jahrhundert gegründet, das zur Zeit der Ming-Dynastie (1368-1644) Handelsbeziehungen zu China unterhielt und von diesem Land kulturell stark beeinflußt wurde. Im 15. Jahrhundert nahm der Kleinstaat Beziehungen zu Japan auf, unter dessen Oberhoheit er im 17. Jahrhundert offiziell gestellt wurde. Von da an besuchten immer wieder Könige und Gesandte Okinawas Japan und stellten dort Musik und Tanz ihres Landes vor, sowohl am Kaiserhof wie auch bei anderen wichtigen Persönlichkeiten Japans.

Für diese Missionen wurden oft bis zu 170 Mitwirkende aufgeboten, die ihre Musik anläßlich eines offiziellen Umzuges darboten. Das vorliegende Gemälde stellt einen Ausschnitt aus ihrem Zug dar. Nach chinesischer Art gekleidet, spielen diese Leute chinesische Musik. Fast alle Instrumente wurden aus Zentralasien über China nach Okinawa eingeführt. Die Trompete (Rapa) wurde beim offiziellen Umzug verwendet, einem musikalischen Ritus, über den man heute nicht mehr viel weiß.

Die historischen Instrumente sind heute ausgestorben, doch möglicherweise sind in Fu-kien und Sitschuan in China noch welche zu finden, wie die Dung-Chen (tibetanische Trompete) der Lama-Mönche in Tibet.

Nachbildungen solcher Instrumente, in China hergestellt, begegnet man heute noch beim großen Fest des Drachentanzes (Ryu-Odori), das alljährlich im japanischen Nagasaki stattfindet, jedoch aus China stammt, von wo es im 17. Jhdt. übernommen wurde. Es bietet eine einzigartige Gelegenheit, diese Trompete zu sehen und zu hören, deren mächtiger und durchdringender Klang die Schreie des Drachen darstellen soll.

Der Umzug wurde von Tohshu Ishiguro (?-1785) in Aquarell auf eine etwa 20 m lange Seidenstoffbahn gemalt. Die Rolle wird in Okinawa von Herrn Kohjiro Takakura aufbewahrt, einem Nachfahren eines einstigen Delegationsmitgliedes.

(Die vorliegende Photographie wurde uns freundlicherweise von der Bibliothek Chikuma-Shobo überreicht.)

Brass Bulletin image

Brass Bulletin 35, III / 1981 Seiten 44–45

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1981–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Brass Bulletin durchsuchen.