Cesare Bendinelli (1542-1671)
Biographie
Von Edward H. Tarr
Biographie
Cesare Bendinelli stammt aus Verona.¹ Wenn wir annehmen, dass Cäsar Bendinello, der von 1562 bis 1565 Posaunist am Schweriner Hof war, die gleiche Person ist², wenn wir ihm eine zweijährige Lehre, ferner vierjährige Gesellenzeit zugestehen, und wenn wir von dem Gedanken ausgehen, dass Schwerin seine erste Ganzzeitstellung war, dann können wir sein Geburtsjahr auf ungefähr 1542 schätzen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war es durchaus nichts Absonderliches, dass ein Trompeter ein anderes Instrument spielte: Der Zink war das zweithäufigste Instrument. (Zwei Jahrhunderte später erwartete man von einem Trompeter, dass er auch die Geige spiele.) Die Verbindung Trompete-Posaune war auch möglich, vor allem, wenn sich ein Trompeter auf das tiefe Register seines Instrumentes spezialisieren wollte. Jedoch geben wir zu, es seltsam zu finden, dass Bendinelli, der wenig später für sein hohes Trompetenspiel berühmt wurde, als Posaunist eingetragen war.
Zwischen 1567 und 1577, wahrscheinlich sogar bis 1580, arbeitete Bendinelli als Hoftrompeter am Wiener Kaiserhof. Er wurde dort am 1. August 1567 für ein monatliches Gehalt von 15 Gulden und jährlich eine neue Uniform, das «Jarclaid», angestellt.³ Er muss vor 1571 geheiratet haben, denn in jenem Jahr erhielt er für seine Frau, die schwerkrank gewesen war, ein «Gnadengeld» in Höhe von 20 Gulden.⁴ 1573 wurde sein Gehalt auf monatlich 17 Gulden erhöht.⁵ Das Letzte, was wir über seinen Verbleib in Wien erfahren konnten, ist, dass ihm sein Gehalt bis Ende 1576 ausgezahlt wurde. Leider fehlen die Archivbände für die Jahre 1577 bis 1580.⁵
Im Jahre 1580 wurde Bendinelli als «Obrister Trommeter» am Münchner Hof angestellt.⁶ Diesen Posten behielt er bis zu seinem Tod.⁷ An jenem Hof wurde erstklassige Musik gemacht, und zwar unter der Leitung von Orlando di Lasso (1532-1594), der dort seit 1568 Hofkapellmeister war. Bei Bendinellis Stellungsantritt war die Anzahl der Musiker im Hoftrompeterkorps von 15, so bei Lassos Ankunft in München, auf 6 (zuzüglich einem Paukenschläger) reduziert worden.⁸ Zu den Pflichten eines Hoftrompeters — in den Archiven werden sie immer unabhängig von den anderen Musikern und Sängern aufgezählt — gehörte, den Handlungen des Herzogs und dessen Familie Feierlichkeit zu verleihen, indem zur Tafel, in der Kirche (an grossen Feiertagen wie Weihnachten), bei Hochzeiten, bei den herzoglichen Wegen gespielt wurde.
Während Bendinellis Anstellung am Hof verbesserte sich das Hoftrompeterkorps merklich, sowohl in der Zahl der Mitglieder als auch in deren Qualität, nicht zuletzt durch den Erwerb einer beträchtlichen Anzahl neuer Trompeten, meist aus Nürnberg. Der erste Kauf wurde 1586 getätigt, als der Zinkenist Vileno Cornazzano in diese Stadt geschickt wurde mit dem Auftrag, zwei neue Trompeten zurückzubringen.⁹ Eine davon ist wahrscheinlich die 1585 von Anton Schnitzer hergestellte bretzelförmige Trompete, die Bendinelli 1614 der Accademia Filarmonica in Verona schenkte. (Siehe Abb. 1.)
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