Probleme der Unterrichtsmethodik in der Blechbläserausbildung
Kaum ein Problem der Unterrichtstheorie und -praxis ist so sehr in den Vordergrund gerückt wie das der Artikulierung des Unterrichtes. Die inhaltlichen Fragen und die Problematik der Pädagogik und Unterrichtsmethodik in der Blechbläserausbildung sind heute, vor allem durch neuere Kenntnisse der anatomischen, physiologischen und psychologischen Gegebenheiten, so umfangreich, daß wir uns ständig damit beschäftigen und auseinandersetzen müssen.
Durch die individuelle Variationsbreite, daß jeder Mensch über eine andere Konstitution verfügt, die durch seine anatomischen und physiologischen Gegebenheiten bestimmt ist, wird es stets Bläser mit entsprechend unterschiedlichem Leistungsvermögen geben. So konnte ich immer wieder bei Musikschülern, Musikstudenten und Berufsbläsern, die musikalisch begabt, ehrgeizig und fleißig waren, feststellen, daß auf Grund einer unzulänglichen konstitutionellen Eignung für das jeweilige Blasinstrument der gewünschte große Erfolg versagt blieb.
Deshalb gilt in der Perspektive die größte Aufmerksamkeit dem frühzeitigen Erkennen der musikalischen Begabungen und Talente, die bei einer kontinuierlichen und zielstrebigen Aufbauarbeit, großer Geduld (besonders in den ersten Unterrichtsjahren) und entsprechender spezifischer Förderung den Blechbläsernachwuchs bilden und ihren Aufgaben möglichst langfristig gerecht werden können.
Durch ein großzügiges Ausbildungssystem in der DDR, wo die frühzeitige Entdeckung von Bläserbegabungen nicht dem Alleingang oder dem Zufall überlassen wird, ist eine gezielte Talenteentwicklung in engster Zusammenarbeit mit Medizinern, den Lehrkräften der Musikschulen, Spezialschulen und Hochschulen für Musik gewährleistet.
So befinden sich zur Zeit an unseren Musikschulen ca. 3500 Blechbläserschüler in der Ausbildung. An allen Musikschulen haben die Schüler Gelegenheit, in bestehenden Orchestern, Instrumentalgruppen und Solistenensembles mitzuwirken. In regelmäßigen Abständen von zwei Jahren findet ein «Treffen junger Talente» statt, bei dem die besten Instrumentalisten ihre Leistungen messen. Außerdem bestehen noch in allen Bezirken der DDR Bezirksmusikkorps mit einem eigenen Ausbildungssystem.
Die Entwicklung zeigt, daß die Musikschulen über den Unterricht für Laienkräfte in der Bläserausbildung für die verschiedensten Orchester und Kammermusikgruppen hinaus ein wichtiges Bindeglied von der frühzeitigen Erkennung der Talente bis zur Aufnahmeprüfung für ein Berufsstudium an einer der Spezial- oder Hochschulen für Musik sind.
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