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Vorwort

Vorwort

Immer wieder wünschen sich Blechbläserkollegen von uns Beiträge, worin grosse Virtuosen ihre Geheimnisse preisgeben sollten. O weh, eine heikle Sache... Denn jegliches Rezept ist persönlich, und der Grossen sind wenige, die fähig und/oder geneigt wären, Rat von wahrhaft allgemeinem Nutzen zu formulieren.

Und instrumentales Können erwirbt sich mehr durch Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeiten (Wissbegierde, Analyse, Auswahl) als durch theoretische Büffelei (wie einträglich letztere kommerziell auch sein mag).

Indes, gewisse Dinge lassen sich schon sagen, woran sich halten kann, wer sich zu vervollkommnen trachtet. Doch dazu bedarf es mehr als eines guten Pädagogen oder guten Instrumentalisten, nämlich eines vollständigen und hingabefähigen Künstlers.

Seit vier Jahren ist es uns vergönnt, die stupende Beeinflussungsgabe von James Stamp zu beobachten, seinen phänomenalen Blick für die intimsten und verborgensten Fehler, die das Spiel eines Musikers vergiften und die er oft mit wenigen Worten zu korrigieren vermag.

Wir freuen uns deshalb, anzukündigen, dass James Stamp von unserer Novembernummer 28 an zu jedem Brass Bulletin einen « technischen Tip » beisteuern wird.

Ebenso möchten wir in unserem Redaktionsteam willkommen heissen: Thomas Stevens, der sich für uns regelmässig mit allen Aspekten des Trompetenspiels in den U.S.A. befassen wird, sodann David Todd (tb) als englischen und Max Sommerhalder (tp) als deutschen Redakteur/Übersetzer und endlich Romain Brot als französischen Korrektor/Übersetzer.

Ihre Mitarbeit wird in wertvoller Weise dazu beitragen, die Qualität unseres Magazins zu verbessern.

Jean-Pierre Mathez

Tuba editorial

Wir alle — ob Berufsmusiker, Liebhaber, Lehrer oder Schüler — haben eine natürliche Neigung, unsere musikalische Kunst auf bestmögliche Funktion innerhalb unserer eigenen musikalischen Gemeinschaft hin auszurichten. Das ist recht so. Wenn Musik eine Form der Mitteilung ist, so ist es nur natürlich, wenn wir uns zuerst denen mitteilen, die uns am nächsten sind.

Indes wird, aus mancherlei Gründen, die internationale Sprache der Musik bei den Blechbläsern immer weniger lokal, provinziell und nationalistisch. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein, da einer innerhalb gewisser Jagdgründe operieren konnte, ohne sich andersartigen und wechselnden Vorstellungen vom Musizieren auszusetzen.

Viele sehen in der neuen Entwicklung eine wunderbare Chance, neues Material und Ideengut zu sammeln, im stetig wachsenden Feld musikalischer Kommunikation. Doch einige sehen darin — leider — Bedrängnis, ja Bedrohung für ihre sicheren, stabilen (und vielleicht auch stagnierenden) musikalischen Stammgefilde.

Wir geniessen heute alle Vorteile von Schallplatten, gastierenden Künstlern, Zeitschriften (wie Brass Bulletin), Werkstattveranstaltungen und Meisterkursen, die heute praktisch allen zugänglich sind. Weshalb sollten wir aus den Segnungen unserer Zeit nicht Nutzen ziehen?

Roger Bobo

Brass Bulletin 27, III / 1979 Seite 3

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