Brass Bulletin 5, II / 1973 (Seite 35–46) · 7 Min. Lesezeit
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Blechbläser in Europa: Eindrücke eines Trompeters aus Amerika

Ein amerikanischer Trompeter analysiert die europäische Blechbläsertradition und vergleicht Ausbildung, Amateurpraxis und professionelles Niveau beider Kontinente.

Europa hat die amerikanischen Musiker immer fasziniert. Ein Europa-Aufenthalt bildet noch immer eine wichtige Etappe für einen umfassenden Studienplan. Die Kreise amerikanischer Berufsmusiker benutzten immer wieder die Gelegenheit, ausländische Dirigenten und, in einem etwas schwächeren Ausmaß, ebenfalls Solisten einzuladen.

Aus diesem Grunde habe auch ich mich entschlossen — mit tausend Plänen, Absichten und Vorsätzen — meinen achtmonatigen Urlaub in Europa zu verbringen (ein Urlaub, der etwa alle sieben Jahre amerikanischen Berufsmusikern zu Reisezwecken gewährt wird).

Nachdem ich für meine Familie mühsam eine Unterkunft gefunden hatte, wollte ich mich überzeugen, ob die Welt der europäischen Blechbläser wirklich so viel Wundervolles in sich birgt und in welchen Gebieten sie Amerika überflügelt.

Drei Teilgebiete habe ich näher erforscht:

  1. Die Kirchen-Blasmusik
  2. Die Blasmusik der Amateure
  3. Die Welt der Berufsbläser

Alle drei Bereiche finden ihr Gegenstück in Amerika. Mein Wunsch war es nun, einen sachlichen Vergleich zu ziehen zwischen Qualitäten und Lücken eines jeden Gebietes.

Als erstes die Blasmusik in der Kirche:

Ich war etwas schockiert, und zwar nicht wegen des Darbietungsrahmens, sondern wegen der Fähigkeiten der Musiker innerhalb der verschiedenen Gruppen.

Offen gestanden, ich hörte das Beste — aber auch das Schlechteste.

Das Niveau der Gruppen von Stuttgart und Worms ist tatsächlich hervorragend, die meisten kleinen Ensembles für Kirchenmusik jedoch sind höchst mittelmäßig. Dies ist umso erstaunlicher, da doch die deutschen «Posaunenchöre» in Amerika über ein bedeutendes Ansehen verfügen.

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