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Internationales Magazin für Blechbläser

Brass Bulletin 33, I / 1981 (Seite 27–28) · 1 Min. Lesezeit
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Empire Brass Quintet

Kurzportrait

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Empire Brass Quintet

Vorzustellen braucht man das Empire Brass Quintet heute wohl höchstens noch ausserhalb der USA (obschon es seit 1976 zu wiederholten Malen auch Europa bereist hat, mit Gastspielen in der BRD, in Frankreich, Belgien, Holland, Österreich und der Schweiz).

In ihrer Heimat sind die fünf ehrgeizigen jungen Männer ein Begriff, spätestens, seitdem sie 1976 als erste Blechbläsergruppe den ehrwürdigen Naumburg-Preis, die begehrteste Trophäe für Kammermusikensembles, errangen. Die Ehrung, sonst eher mit intimeren Klängen assoziiert, scheint den Empire-Leuten zur Verpflichtung geworden zu sein: «Wir versuchen, wie ein Streichquartett zu spielen», sagt Trompeter Rolf Smedvig, «und haben uns immer wieder von Streichern beraten lassen.»

Es scheint sich bezahlt zu machen, denn in mehr als einer der durchwegs euphorischen Pressestimmen taucht der Vergleich mit Streichquartetten auf — und fällt stets zugunsten des samtenen Klangs der «Empire»-Leute aus.

Was aber das Repertoire betrifft, kommen sie mit einem Minimum an «Fremdgehen» aus. Seine grössten «Hits» hat das EBQ mit originaler Blechbläserliteratur aus dem 19. Jahrhundert erzielt, mit zuvor ungehobenen Schätzen wie den drei Quintetten des Tschaikowskij-Schülers Viktor Ewald (LP Sine Qua Non 2012), vor allem aber mit der Trouvaille des American Brass Band Journal (Columbia M 34192 und Sine Qua Non 2017), einer kuriosen Sammlung von Märschen, Tänzen und Liedern, die um 1850 der nach Amerika emigrierte deutsche Kapellmeister G.W.E. Friedrich für Blechbläser setzte.

Doch selbstverständlich kommt auch das EBQ an der Alten Musik nicht vorbei (Sine Qua Non DIGI 102 und 2014, «Renaissance Brass» und «Baroque Brass») und hat von führenden US-Komponisten der Gegenwart (Bernstein, Schuller, Fennelly u.a.) Werke bestellt und uraufgeführt.

«Empire Brass Quintet» nennen sich die fünf Neuengländer nicht etwa deshalb, weil sie Queen Elizabeth II. und Präsident Jimmy Carter den Willkomm zu blasen die Ehre hatten, sondern weil sie sich 1972 in New York (dem «Empire State») konstituierten, als drei von ihnen dort für Leonard Bernstein tätig waren.

Heute ist ihr Stützpunkt die Boston University, wo sie auch alle unterrichten — nicht zuletzt am selben Tanglewood Institute, wo sie vor zehn Jahren, damals selbst noch Schüler, von Michael Tilson Thomas erstmals zusammengebracht worden waren.

Die «Super-Virtuosen», wie Thomas sie heute nennt, sind Rolf Smedvig, Ex-Solotrompeter im Boston Symphony Orchestra, Charles A. Lewis Jr., Allround-Trompeter und Lehrer am New England Conservatory of Music, Hornist David Ohanian und Posaunist Norman Bolter, beide Mitglieder der Bostoner Symphoniker, und Samuel Pilafian, gesuchter und weitgereister Freelance-Tubist, Mitglied des American Ballet Theatre Orchestra.

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