Ornamentik der Barockmusik für Blechbläser
Von Marc Meissner
In diesen Seiten über die Ornamentik der Barockmusik habe ich keineswegs die Absicht, den Ausführenden beizubringen, wie die Solistenstimme eines Concertos oder einer Sonate aus den 17. und 18. Jahrhunderten zu verzieren ist (das überlasse ich den anderen; wie wäre es auch möglich, dieses Thema in wenigen Seiten zu behandeln, wenn Musikologen ihm jahrelange Nachforschungen widmen und gewichtige Bücher verfassen?); mir liegt vielmehr daran, die Blechbläser auf diesen wesentlichen Punkt aufmerksam zu machen, und von da aus auf das ganze Problem der Ausführung der Barockmusik, da die Ornamentik schliesslich nur einer dessen Aspekte darstellt. Zur Erläuterung zähle ich hier kurz einige der anderen Aspekte auf, die in Betracht zu ziehen sind, wenn man Barockmusik gemäss dem Interpretationsstil des Barocks ausführen will: Artikulation, Tempi, Ungleichheit der Notenwerte, Instrumentierung... Das Problem ist nicht so einfach, wie oft behauptet wird. Die Ornamentik der Musik wurde, wie man weiss, von den Musikern jener Epoche als unentbehrlich betrachtet.
Für uns entsteht also die Frage: Warum auch heute Barockmusik verzieren? Zur Beantwortung werde ich nur Praktisches aus der Sicht des Interpreten und Psychologisches aus der Sicht des Zuhörers anführen.
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